Stichwahl in Gelsenkirchen: Schwere Niederlage für CDU! Erste Frau als Stadtoberhaupt gewählt

Stichwahl in Gelsenkirchen: Karin Welge (SPD) und Malte Stuckmann (CDU) treten an.
Stichwahl in Gelsenkirchen: Karin Welge (SPD) und Malte Stuckmann (CDU) treten an.
Foto: SPD-Gelsenkirchen, CDU-Gelsenkirchen, Montage DER WESTEN

Schwere Niederlage für die CDU in Gelsenkirchen!

Die Stichwahl in Gelsenkirchen hat die erste Oberbürgermeisterin hervorgebracht, SPD-Kandidatin Karin Welge wird neues Stadtoberhaupt. In die Röhre schaut dabei CDU-Kandidat Malte Stuckmann, der nur 40,6 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Welge hat rund 60 Prozent geholt.

Enttäuschend auch: die niedrige Wahlbeteiligung. Sie hat gerade mal bei 26,6 Prozent gelegen. Zum Vergleich: Im ersten Wahlgang von vor zwei Wochen hatte sie in Gelsenkirchen noch immerhin bei 41,5 Prozent gelegen.

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Stichwahl in Gelsenkirchen: Ergebnis der OB-Wahl 2020

Zwischenergebnis der OB-Stichwahl in Gelsenkirchen (204/2/206 Stimmbezirke ausgezählt)

Karin Welge (SPD): 59,4% (Ergebnis im 1. Wahlgang: 40,4%)

Malte Stuckmann (CDU): 40,6% (Ergebnis im 1. Wahlgang: 25,1%)

Wahlbeteiligung: 26,6% (Wahlbeteiligung im 1. Wahlgang: 41,5%)

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27. September 2020: OB-Wahl in Gelsenkirchen im Stichwahl-Ticker

20.44 Uhr: Besonders stark war die SPD-Kandidatin im Wahlgebiet Gelsenkirchen-West.

19.15 Uhr: Ziemlich enttäuschend ist auf jeden Fall die Wahlbeteiligung. Nur rund jeder vierte Wahlberechtigte (26,6 Prozent) gab seine Stimme ab. Schon bei der Kommunalwahl am 13. September lag die Wahlbeteiligung bei enttäuschenden 41,5 Prozent.

18.30 Uhr: Die SPD kann jubeln! Gelsenkirchen bleibt in der Hand der Sozialdemokraten und bekommt mit Karin Welge die erste Oberbürgermeisterin in der Stadtgeschichte. Noch fehlen einige wenige Stimmbezirke, doch Welge liegt uneinholbar mit knapp 60 Prozent vorne.

17.10 Uhr: In einer knappen Stunde schließen die Wahllokale in Gelsenkirchen. Dann werden die ersten Ergebnisse der OB-Stichwahl mit großer Spannung erwartet.

Karin Welge wirbt vor Stichwahl in um Frauenstimmen – Stuckmann von NRW-Minister unterstützt

15.10 Uhr: Bei Schalke 04 gibt es mittlerweile einen Trainerwechsel und auch das Amt des Oberbürgermeisters wird neu besetzt. Fraglich ist vor der Auszählung der OB-Stichwahl nur noch mit wem. Die Wahlbeteiligung in NRW-Großstädten soll bis zum Mittag recht rege gewesen sein, in einigen Städten wie Dortmund und Bielefeld sogar über dem Niveau der letzten Stichwahlen. Genaue Zahlen aus Gelsenkirchen liegen bislang nicht vor.

9.45 Uhr: Die erneute Pleite des S04 trübt die Stimmung in Gelsenkirchen - ob das Auswirkungen auf die Wahl haben wird? Schon am 13. September stimmten nur 41,5 Prozent der Wähler ab.

SPD-Kandidatin Karin Welge versuchte im Vorfeld besonders Frauen zu mobilisieren: „Es wird Zeit für Gelsenkirchen ein Zeichen zu setzen. Nach 145 Jahren und 13 Oberbürgermeistern, die erste Frau zu wählen. Ihre Stimme kann verändern.“

CDU-Kandidat Malte Stuckmann holte sich kurz vor der Stichwahl nochmal Unterstützung von NRW-Innenminister Herbert Reul. Das Zusammenleben in einer bunten Stadtgesellschaft wie Gelsenkirchen brauche „Regeln und die Anwendung und Durchsetzung dieser Regeln“.

Stichwahl in Gelsenkirchen: Termin, Briefwahl und die Oberbürgermeister-Kandidaten

Die Ausgangslage nach der Kommunalwahl 2020 in Gelsenkirchen

Traditionell ist die Stadt fest in SPD-Hand seit 1946, allerdings mit einer Ausnahme: Zwischen 1999-2005 war mit Oliver Wittke kurz ein CDU-Mann Oberbürgermeister. Zuletzt aber holte Sozialdemokrat Frank Baranowski, der seit 2004 im Amt war, wieder Traumergebnisse für die SPD. Mit der absoluten Mehrheit ist seit der Kommunalwahl am 13. September jedoch vorbei. Die SPD wurde zwar mit 35,1 Prozent wieder stärkste Kraft, verlor aber deutlich.

In die OB-Stichwahl geht SPD-Kandidatin Karin Welge mit 40,4 Prozent im ersten Wahlgang trotzdem als klare Favoritin. Welge wäre die erste Oberbürgermeisterin in der Geschichte Gelsenkirchens. Wie wichtig ein Wahlsieg der SPD in der Arbeiterstadt ist, zeigt sich auch daran, dass viele SPD-Spitzenpolitiker die Werbetrommel für sie rühren, wie beispielsweise Kanzlerkandidat Olaf Scholz.

CDU-Kandidat Malte Stuckmann hat nur Außenseiterchancen in der Stichwahl. Immerhin: Die auch in Gelsenkirchen erstarkten Grünen gaben weder für ihn noch für Welge eine Wahlempfehlung ab.

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Mehr über Gelsenkirchen:

  • Gelsenkirchen ist überregional bekannt für die Bergbau-Vergangenheit als „Stadt der 1000 Feuer“.
  • Nun befindet sich die Stadt mit den rund 260.000 Einwohnern mitten in einem Strukturwandel.
  • Berühmt ist Gelsenkirchen besonders auch für den Fußballverein FC Schalke 04.
  • Ein beliebtes Freizeitangebot ist die ZOOM Erlebniswelt mit den Themenbereichen Alaska, Afrika, Asien und Grimberger Hof.

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Stichwahl in Gelsenkirchen: Das sind die beiden OB-Kandidaten Karin Welge und Malte Stuckmann

Karin Welge (SPD): Die 57-Jährige blickt auf eine lange Verwaltungskarriere zurück. Nach ihrem Jura-Studium lehrte sie unter anderem Verwaltungsrecht und war Erste Beigeordnete und Vorstandsvorsitzende der Sozialstiftung in Xanten. Im Jahr 2011 kam die Mutter zweier Töchter dann nach Gelsenkirchen, wurde zuerst Sozialdezernentin, dann Kämmerin und ist aktuell Stadtdirektorin. Zu ihren Erfolgen zählt sie den ersten ausgeglichenen Haushalt seit 30 Jahren erreicht zu haben.

Malte Stuckmann (CDU): Der 42-jährige Rechtsanwalt gibt an, ein echter Gelsenkirchener zu sein, „auf Kohle geboren“. Stuckmann heiratete eine Frau, deren Eltern als Einwanderer aus der Türkei nach Deutschland kamen, das Paar hat zwei Söhne. Er will seine Heimatstadt in ein besseres Licht rücken und holt sich dafür die Unterstützung eines CDU-Parteifreundes aus Essen, der vorgemacht hat, wie man im Ruhrgebiet die SPD schlagen kann: OB Thomas Kufen.

So läuft die Stichwahl in Gelsenkirchen genau ab: Termin, Briefwahl, Wahllokale, Wahlbenachrichtigung, Maskenpflicht und eigener Stift

Bei der Briefwahl in Gelsenkirchen kam es vor der Stichwahl zu erheblichen Problem (mehr dazu hier). Diejenigen, die Briefwahl beantragt, aber keine Unterlagen erhalten haben, können zusätzlich am Samstag, 26. September 2020, von 8 bis 12 Uhr in den Wahlscheinstellen in Buer an der Horster Straße 6 und im Hans-Sachs-Haus an der der Ebertstraße 11 direkt ihre Wahlunterlagen abholen.

Alle, die in einem Wahllokal abstimmen, können am 27. September 2020 im Zeitraum zwischen 8 und 18 Uhr ihre Stimme dort abgeben. Dazu sucht man einfach wieder das Wahllokal auf, in dem man bereits im ersten Wahlgang der NRW-Kommunalwahl abgestimmt hat.

Wer seine Wahlbenachrichtigung in der Zwischenzeit verlegt und entsorgt hat, kann trotzdem wählen gehen. Nötig ist lediglich entweder ein Personalausweis oder der Reisepass zur Identifizierung. Wie am 13. September 2020 sollen die Wählerinnen und Wähler wegen Corona einen eigenen Stift mitbringen. Außerdem gilt Maskenpflicht im Wahllokal.

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Mehr zu den OB-Stichwahlen in NRW:

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(mag)

 
 

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