Gelsenkirchen

Gelsenkirchen: SEK-Mann bei Einsatz erschossen – Verdächtiger Thomas K. (29) in U-Haft: Mordverdacht!

Gelsenkirchen: SEK-Mann bei Einsatz erschossen

Ein SEK-Mann wurde während einer Hausdurchsuchung in Gelsenkirchen-Buer angeschossen, starb später im Krankenhaus. DER WESTEN berichtet von vor Ort.

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Gelsenkirchen. Der Schock sitzt immer noch tief bei der Polizei. Am Mittwochmorgen ist in Gelsenkirchen ein Kollege (28) des SEK aus Münster erschossen worden.

Am Donnerstag wurde der verdächtige Schütze Thomas K. (29) aus Gelsenkirchen einem Haftrichter vorgeführt. Der ordnete an: Untersuchungshaft wegen des Verdachts des Mordes am SEK-Mann aus Münster.

Was war passiert?

Gelsenkirchen: Tödliche Schüsse auf SEK-Mann – Polizei wollte Wohnung durchsuchen

In der Augustin-Wibbelt-Straße in Gelsenkirchen ist es am Mittwoch zu einem Schusswechsel gekommen. Die Polizei wollte eine Wohnung wegen des Verdachts des Drogenbesitzes und -handels durchsuchen.

Es gab Hinweise, dass der Verdächtige Thomas K. eine Waffe besaß, weshalb das SEK aus Münster einbezogen wurde, zu dem der 28-jährige Beamte gehörte.

Gelsenkirchen: Polizist stirbt nach Einsatz

Nach Angaben der Polizei soll der Verdächtige, nachdem die Polizei ihn aufgefordert hatte, die Tür zu öffnen, durch die geschlossene Tür auf die Beamten geschossen haben. Die Beamten erwiderten daraufhin das Feuer. Der 28-jährige Beamte des SEK Münster wurde bei dem Schusswechsel von einem Schuss getroffen und schwer verletzt. Er kam in ein Krankenhaus und erlag dort eine Stunde später seinen Verletzungen. Der Verdächtige blieb bei dem Schusswechsel unverletzt und ließ sich dann widerstandslos festnehmen.

Thomas K. war bislang bei der Polizei nicht auffällig geworden. In welchem mentalen Zustand er am Morgen war, ist bislang unklar. Die weiteren Ermittlungen führt aus Neutralitätsgründen die Polizei Krefeld durch. In der Wohnung selbst wurden Marihuana im Wert von etwa 1.000 Euro, weitere Drogen wie Kokain in geringeren Mengen, eine größere Menge Bargeld, ein scharfer Revolver, mehrere Luftgewehre und Messer, eine Paintball-Handgranate sowie selbstgebaute Pyrotechnik sichergestellt.

Anwohner sprechen über Thomas K.

Die Anwohner in Gelsenkirchen-Buer sind geschockt nach dem Vorfall. Ein Anwohner gegenüber DER WESTEN: „Es ist schlimm, dass hier so was passiert. Unsere Gegend ist sehr ruhig und friedlich. Ich bin erschüttert.“ Eine Anwohnerin sagte: „Ich bin sprachlos und einfach schockiert.“ Thomas K. war den Anwohnern nicht negativ aufgefallen. Er galt als freundlich und hilfsbereit, „ein bisschen crazy“ vielleicht.

Eine Anwohnerin (46) kennt K. persönlich, sagt zu DER WESTEN: „Er war immer sehr nett und hilfsbereit. Er hat viel an Autos rumgebastelt und mir neulich noch mit dem Anlasser geholfen. Er hat auch ab und zu auf meinen Hund aufgepasst. Dass er aber harte Drogen nahm und mit ihnen gehandelt haben soll, ist mir neu. Ich bin sehr schockiert, das alles hätte ich Thomas nie zugetraut.“

Polizei trauert um Kollegen

Als oberster Dienstherr sprach Innenminister Herbert Reul (CDU) von einem „schwarzen Tag“ für die NRW-Polizei. Der Tod des jungen Mannes führe schmerzhaft vor Augen, welches Risiko Polizisten jeden Tag eingehen, um die Bürger zu schützen. „Ihr Beruf ist lebensgefährlich, das wissen wir. Umso erschreckender und gnadenloser trifft uns der Tod dieses Kollegen. Heute stehen alle Beschäftigten der Polizei Nordrhein-Westfalens in Trauer vereint als Polizeifamilie zusammen.“

„Wir wissen alle, dass sich die Polizistinnen und Polizisten, die uns vor Straftätern schützen, selber in Gefahr begeben. Trotzdem macht uns der Tod unseres Kollegen fassungslos“, teilte der stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Michael Maatz, mit. „Mit 28 Jahren stand er erst am Anfang seines Lebens, das jetzt so abrupt beendet worden ist.“ Gezielte Schüsse auf Polizisten, um sich der Strafverfolgung zu entziehen, seien als Mord zu bewerten und müssten entsprechend bewertet werden.

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Ähnlich äußerte sich Erich Rettinghaus, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft. Eine derartige Tat sei von niedrigen Beweggründen geprägt, „eine lebenslange Freiheitstrafe für den Täter würde nicht außer Verhältnis zur Tat stehen.“ (mg/jg)

 
 

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