Gelsenkirchen ist die ärmste Stadt Deutschlands – und jetzt kommt es noch dicker

Eine Schrottimmobilie in Buer: Die nächste Studie sieht Gelsenkirchen als Schlusslicht in Deutschland. (Archivbild)
Eine Schrottimmobilie in Buer: Die nächste Studie sieht Gelsenkirchen als Schlusslicht in Deutschland. (Archivbild)
Foto: Heinrich Jung / FUNKE Fotoservices

Nirgendwo in Deutschland ist die Armut größer als in Gelsenkirchen, nirgendwo die Lebensqualität geringer. Zu diesem Ergebnis kam eine vom ZDF in Auftrag gegebene Studie im letzten Jahr. Eine Bertelsmann-Studie bestätigte die Einstufung am Dienstag.

Und jetzt kommt es noch dicker: Nicht nur sieht das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung Gelsenkirchen ebenfalls als Schlusslicht in Deutschland, es zeichnet auch noch eine düstere Prognose.

Armut in Gelsenkirchen: Und täglich grüßt das Murmeltier

Die erste Nachricht wird in Gelsenkirchen kaum einen mehr vom Hocker reißen: Hinsichtlich der Lebensbedingungen sieht auch die neue Studie die Stadt im Ruhrpott auf Platz 401 von 401 aller untersuchten Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland.

Unlängst reagieren die Gelsenkirchener auf solche Nachrichten mit einer gehörigen Portion Selbstironie. Das Beste komme schließlich immer zum Schluss. Mehr darüber erfährst du hier >>>

Die Politik versucht mit verschiedenen Maßnahmen gegen den Trend in Gelsenkirchen anzukämpfen. Worauf sich Oberbürgermeister Frank Baranowski besonders konzentriert, liest du hier >>>

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Studie legt dramatische Entwicklung offen

Doch ist es ein Kampf gegen Windmühlen? Wie die Studie des Berliner Instituts prognostiziert, wird Gelsenkirchen Opfer eines bundesdeutschen Demographie-Trends.

Zwar soll die Einwohnerzahl in Deutschland bis 2035 lediglich um 700.000 Einwohner sinken. „Allerdings verschärfen sich in Deutschland die regionalen Verwerfungen zwischen den prosperierenden Großstädten und den entlegenen, strukturschwachen Regionen,“ sagt Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts.

Zwar kann bei Gelsenkirchen als Großstadt in der Metropolregion Rhein-Ruhr nicht von einer entlegenen Region gesprochen werden. Trotzdem soll Gelsenkirchen genau wie etwa Duisburg, Oberhausen und Bochum in den nächsten 16 Jahren schrumpfen. Wachstum soll es im Ruhrgebiet nur in Dortmund und Essen geben.

Diese Konsequenzen drohen durch den demographischen Wandel

„Wachstum und Schrumpfung liegen somit dicht beieinander und beides muss gestaltet werden. Keine leichte Aufgabe für die Politik“, sagt Manuel Slupina, Mitautor der Studie und weiter: „In den Wachstumsregionen mangelt es an Wohnraum, Kitas und Schulen. Wo aber die Einwohnerzahlen massiv zurückgehen, sind neue, unkonventionelle Ideen zur Daseinsvorsorge nötig, um die stark gealterte Bevölkerung gut zu versorgen.“

Hier geht es zur Studie „Die demografische Lage der Nation – Wie zukunftsfähig Deutschlands Regionen sind“ vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung >>>

 
 

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