Gelsenkirchen

Gelsenkirchen: Mehrere Babys ohne Hände geboren – das sagen die Experten

Gelsenkirchen: Innerhalb kurzer Zeit wurden im Sankt Marien-Hospital in Buer drei Babys mit Fehlbildungen an den Händen geboren.
Gelsenkirchen: Innerhalb kurzer Zeit wurden im Sankt Marien-Hospital in Buer drei Babys mit Fehlbildungen an den Händen geboren.
Foto: imago images / biky

Gelsenkirchen. Ein seltsamer medizinischer Fall hat das Sankt Marien-Hospital in Gelsenkirchen erschüttert. In kurzer Zeit kamen dort drei Baby mit fehlgebildeten Händen zur Welt – zwischen Mitte Juni und Anfang September.

Die Ärtze in Gelsenkirchen schlugen Alarm: Waren die Fälle nur ein Zufall oder haben die Fälle einen gemeinsamen Grund? Dazu wurden mehrere Kliniken in NRW und in weiteren Bundesländern, unter anderem das Charité-Krankenhaus in Berlin, angefragt. Nun kommen die ersten Ergebnisse.

Mediziner über Fälle in Gelsenkirchen: Keine voreiligen Schlüsse ziehen

Dabei warnen die Experten der Mainzer Uniklinik vor voreiligen Schlüssen. Der Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin, Fred Zepp, sprach „erstmal nur von einem frühen Signal“.

Es müsse jetzt untersucht werden, wie stark sich die Befunde der Hand-Fehlbildungen ähnelten und ob es sich tatsächlich um eine Häufung oder nur um zufällige Ereignisse handle, sagte er am Mittwoch in Mainz.

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Mediziner im MDR warnen vor Panikmache

Vor Panikmache warnten auch einige Mediziner im MDR. Der Leiter des Fachbereiches Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin am Uniklinikum Dresden, Mario Rüdiger, beispielsweise sagte: „Es gibt gelegentlich die Situation, dass eine seltene Erkrankung für eine lange Zeit nicht aufgetreten ist, und dann plötzlich mehrere Kinder nacheinander betroffen sind.“

Die Mainzer haben von 1990 bis 2016 in einem Geburtenregister alle Neugeborenen in der Region erfasst und dabei in Rheinhessen keine Häufung von Hand-Fehlbildungen festgestellt. Dies gelte auch für die vergangenen zwei, drei Jahre. In den mehr als 25 Jahren des Geburtenregisters seien fast 100.000 Neugeborene untersucht und erfasst worden.

+++Gelsenkirchen: Mehrere Babys ohne Hände geboren – Ministerium reagiert+++

Mediziner fordern Register zu Fehlbildungen bei Neugeborenen

Die Mainzer Mediziner forderten solche Register für 10 bis 15 Prozent der jährlich mehr als 700.000 Geburten in Deutschland. Dies wäre eine hervorragende Basis für Fragen zu neu entstehenden Fehlbildungen. Ein nationales Register für Fehlbildungen sei aber nicht notwendig.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es keine auffällige Häufung von Fehlbildungen. Das teilte das Gesundheitsministerium in Schwerin am Mittwoch mit. Auch eine Abfrage der Stadt Hamburg bei Kliniken kam zu keinem auffälligen Ergebnis. (ses mit dpa)

 
 

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