Gelsenkirchen

Chaos vor Klassenfahrt in Gelsenkirchen: Der ADAC fordert strengere Buskontrollen – und verrät, worauf du selbst achten kannst

Schüler des Gauß Gymnasiums in Gelsenkirchen drängten sich am Freitag vor Reisebussen der Firma Höffmann. Die Polizei kontrollierte die Busse, bevor es nach Rom gehen konnte.
Schüler des Gauß Gymnasiums in Gelsenkirchen drängten sich am Freitag vor Reisebussen der Firma Höffmann. Die Polizei kontrollierte die Busse, bevor es nach Rom gehen konnte.
Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services
  • Mängel bei Reisebussen: In Gelsenkirchen verzögert sich eine Klassenfahrt um Stunden
  • Die Polizei untersagt vier Busfahrern die Weiterfahrt
  • Der ADAC fordert häufigere Kontrollen

Gelsenkirchen. Eigentlich wollten rund 600 Schüler des Gauß Gymnasiums in Gelsenkirchen am Freitag in zwölf Reisebussen von der Innenstadt aus nach Rom starten. Doch dann gab es reichlich Probleme. Schulleiter Frank Kaupert hatte im Vorfeld die Polizei gebeten, die Busse der Firma Höffmann zu kontrollieren.

Dabei fielen den Beamten reihenweise Verstöße auf. Der ADAC fordert jetzt weitaus strengere Kontrollen für Busse und Busfahrer.

Gelsenkirchen: Polizei stellt Mängel bei 16 von 17 Bussen fest

Die Kontrolle der Busse endete in Gelsenkirchen mit neun Anzeigen: Bei 16 von 17 Busfahrern fehlten laut der Polizei die Nachweise über Lenk- und Ruhezeiten.

+++Polizei zeigt neun Busfahrer vor Klassenfahrt in Gelsenkirchen an – jetzt spricht der Reiseveranstalter+++

Dann kam es noch unglaublicher: Selbst einige der Fahrer, die geschickt wurden, um die anderen zu ersetzen, hatten keine ordentlichen Papiere. So verzögerte sich der Start der Klassenfahrt. Der letzte Bus konnte erst um 19.30 Uhr losfahren.

Schuld an der Verzögerung waren nicht nur nicht eingehaltene Lenk- und Ruhezeiten, sondern auch mehrere Sicherheitsverstöße an den Bussen (mehr dazu hier).

„Risiko, mit einem Reisebus zu verunglücken, 14 Mal geringer als mit dem eigenen Auto“

Fraglich ist, wie hoch die Sicherheitsmängel Busreisen sind. „Das Risiko, mit einem Reisebus zu verunglücken, ist grundsätzlich 14 Mal geringer als mit dem eigenen Auto. Fernbusse sind nach der Bahn damit das sicherste Verkehrsmittel“, erklärt ein Sprecher des ADAC Nordrhein.

„Die Zunahme von Busunfällen in den vergangenen Jahren liegt vor allem an der stark gestiegenen Zahl von Busreisen“, so der ADAC-Sprecher. In Deutschland seien mittlerweile weit mehr als 20 Millionen Fahrgäste pro Jahr mit den Bussen unterwegs.

------------------------------------

• Mehr Themen:

Polizei zeigt neun Busfahrer vor Klassenfahrt in Gelsenkirchen an – jetzt spricht der Reiseveranstalter

Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet – Ehemalige Lehrer beschreiben Antonio H. als katastrophalen Schüler

• Top-News des Tages:

Motor fiel plötzlich aus: Flugzeug überschlägt sich während Notlandung bei Xanten

Ex-Schalke-Trainer Markus Weinzierl übernimmt den VfB Stuttgart

-------------------------------------

ADAC: Häufige Unfallursache bei Bus-Unfällen: Der Fahrer

Das Hauptproblem seien bei Busreisen aber nur selten technische Mängel. Unfallursachen seien „meistens – trotz gesetzlicher Regelungen – der Faktor Mensch“, so der Sprecher.

Der ADAC empfiehlt Fahrgästen, stets aufmerksam zu sein. „Wenn der Fahrer einen übermüdeten, unkonzentrierten oder vielleicht sogar angetrunkenen Eindruck macht, ist Vorsicht geboten“, erklärt der Sprecher weiter. Das gelte auch, wenn Reifen oder das gesamte Fahrzeug in einem schlechtem Zustand seien.

Bei einem unguten Gefühl solle man besser nicht einsteigen oder bei der nächsten Gelegenheit den Bus verlassen. Wenn erhebliche Zweifel an der Fahrtauglichkeit des Fahrers oder dem technischen Zustand des Busses aufkommen, rät der ADAC dazu, die Polizei zu informieren.

ADAC fordert nach missglückter Schulfahrt „höhere Kontrolldichte“

Um schwerwiegende Sicherheitsmängel rechtzeitig zu entdecken, wünscht sich der ADAC jetzt mehr Kontrollen für Busse.

„Wir fordern eine höhere Kontrolldichte bei Bussen und Lkw, sowohl hinsichtlich der Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer als auch des technischen Zustandes“, so die Forderung. Trotzdem gebe es noch einen weiteren wichtigen Sicherheitshinweis für die Fahrgäste: „Es gibt eine Anschnallpflicht in Reisebussen. Im Ernstfall kann der Gurt Leben retten“, erklärt der Sprecher.

Auch Busfahrer seien dazu aufgefordert, die Passagiere auf die Gurtpflicht hinzuweisen.

 
 

EURE FAVORITEN