Gelsenkirchen erhält Zuschlag für Schüler-Förderprojekt

Perdita Mergel, Schulrätin und Leiterin des Kompetenzteams, freut sich über den Zuschlag.
Perdita Mergel, Schulrätin und Leiterin des Kompetenzteams, freut sich über den Zuschlag.
Foto: WAZ FotoPool
Schulen in Gelsenkirchen bekommen jetzt Unterstützung bei der Betreuung von Schülern. Nach dem Kreis Borken ist Gelsenkirchen der zweite Standort im Regierungsbezirk Münster, der den Zuschlag für das Förder-Projekt von Bertelsmann Stiftung und des NRW-Schulministerium erhalten hat.

Gelsenkirchen.. Die Zeit der homogenen Klassen ist vorbei. Besonders die Lehrer dieser Stadt wissen das. Täglich haben sie es mit Klassen zu tun, in denen Schüler mit unterschiedlichen Migrations- und Sozialhintergründen, mit Aufmerksamkeits- oder Lese-Rechtschreibschwächen sitzen. Hinzu kommen diejenigen ohne „besondere Merkmale“, jedoch mit nicht minder unterschiedlichen Stärken und Schwächen.

Ein „Spiegelbild unserer Gesellschaft“ nennt Schulrätin und Leiterin des Kompetenzteams Gelsenkirchen, Perdita Mergel, diese heterogene Zusammensetzung. Und genau hier liegt der Ansatzpunkt für das Projekt „Kinder und Jugendliche in ihrer Vielfalt fördern – Unterricht fokussiert auf individuelle Förderung weiterentwickeln“.

Weg vom Frontalunterricht

Nach dem Kreis Borken ist Gelsenkirchen der zweite Standort im Regierungsbezirk Münster, der den Zuschlag für dieses Kooperationsprojekt der Bertelsmann Stiftung und des NRW-Ministeriums für Schule und Weiterbildung erhalten hat. Zuschlag bedeutet in diesem Fall laut Bildungsdezernent Manfred Beck: Die Bertelsmann Stiftung organisiert die Inhalte, das Land stellt die Lehrer für die Fortbildungseinheiten frei. Beide Partner stellen zudem Moderatoren zur Verfügung, die die Lehrer schulen.

Im Blickpunkt des Programms stehen Schulen der Sekundarstufe I. Am vergangenen Mittwoch wurden Schulleiter sowie Lehrer nun im Stadtbauraum an der Boniverstraße in der Feldmark über die konkrete Konzeption informiert. Die grobe Richtung: Weg vom Frontalunterricht, hin zum selbst organisierten Lernen mit speziellen Materialien. „Das funktioniert aber nur, wenn alle im Kollegium mitziehen“, betont Heinz Böer, Mathelehrer am Ricarda-Huch-Gymnasium und Mitglied der Entwicklungsgruppe in Münster.

Vier Module

Zwei Jahre dauert das Programm, vier Module werden an mehreren Fortbildungstagen absolviert. Diese reichen von „Teamentwicklung im Lehrerkollegium“ über „Diagnostik – Identifizierung von Potenzialen und Interessen“ bis hin zu zwei Didaktik-Modulen, bei denen es um „kompetenzorientierten“ Unterricht geht.

Ausführlich stellten Angela Münchner (Bertelsmann Stiftung) und Tamara Sturm-Schubert (Ministerium für Schule und Weiterbildung) die Bausteine der Module vor. Nicht nur für Nicht-Pädagogen war der Hinweis von Mergel – „Sie brauchen nicht alles mitschreiben, sie bekommen die Unterlagen zugeschickt“ – dankenswert.

Die Entscheidung fällt in den nächsten Monaten

In denkommenden Monaten haben die Schulen Gelegenheit, die Teilnahme zu besprechen und Bewerbungen einzureichen. Unterstützung gibt es von Wolfgang Weber, Abteilungsleiter der Bezirksregierung Münster: „Individuelle Förderung ist die konsequente und wirkungsvolle Förderung von Lernenden und Lehrenden.“ Starten wird das Projekt zum kommenden Schuljahr.

 
 

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