Gelsenkirchen

Aus für Adrianos Weihnachtswelt wegen „Grinch“ von Gelsenkirchen? „Der Typ muss mich beim Bauordnungsamt verraten haben“

Adriano Gobbo (67) fühlt sich vom „Grinch“ von Gelsenkirchen verraten.
Adriano Gobbo (67) fühlt sich vom „Grinch“ von Gelsenkirchen verraten.
Foto: Montage: DER WESTEN / imago & Alexander Keßel
  • Adriano Gobbo verzaubert Gelsenkirchen-Horst mit seinem Winterwunderland
  • Doch Adrianos Weihnachtswelt ist in Gefahr
  • Ein Statiker hat ihn beim Bauordnungsamt verraten

Gelsenkirchen. Fünf Holzkrippen auf einer meterhohen Empore, ferngesteuerte Kunstschnee-Düsen und unzählige Weihnachts-Dekoartikel mit LED-Leuchten: Hinter der Essener Straße 94 in Gelsenkirchen-Horst verbirgt sich wahrlich kein gewöhnlicher Hinterhof.

Hier hat Adriano Gobbo (67) über Jahre ein wahres Winterwunderland aufgebaut. Erst wollte der 67-Jährige seinen Enkeln eine Freude machen. Danach bastelte der Gelsenkirchener jedes Jahr weiter und lud irgendwann die ganze Nachbarschaft zu kostenlosem Glühwein in Adrianos Weihnachtswelt ein:

Gelsenkirchener baut persönliches Winter-Wunderland in seinem Hinterhof

Adrianos Weihnachtswelt in Gelsenkirchen fehlt die Baugenehmigung

Doch jetzt gibt es ein Problem: Adrianos Weihnachtswelt hat mittlerweile solche Dimensionen erreicht, dass eine Baugenehmigung notwendig geworden ist.

Laut Gelsenkirchens Stadtsprecher Martin Schulmann ist der 67-Jährige im vergangenen Jahr selbst auf das Bauordnungsamt zugekommen. „Er hat nachgefragt, ob seine Anlage so in Ordnung ist“, so Schulmann. Um das zu überprüfen, habe das Amt Berechnungen ein Statikgutachten eingefordert.

Schnell kam dem 67-Jährigen ein Statiker aus dem weiteren Bekanntenkreis zur Hilfe, der die Angelegenheit angeblich für ihn regeln wollte, berichtet Gobbo gegenüber DER WESTEN. „Aber dann hat er mich über ein Jahr immer wieder vertröstet“, klagt der 67-Jährige.

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Adriano Gobbo fühlt sich vom „Grinch“ verraten

Zuletzt habe Adriano Gobbo dem Bekannten einen Brief geschrieben und ihm mitgeteilt, dass er sich an einen anderen Architekten wenden werde. Schließlich renne ihm die Zeit bis Weihnachten davon.

„Dann hat der mich einfach beim Bauordnungsamt verraten“, klagt der 67-Jährige. Ist dieser Mann etwa der „Grinch“ von Gelsenkirchen? Die Stadt bestätigt den Vorfall: „Der Statiker hat darauf hingewiesen, dass er den Bau für unzulässig hält“, sagt Martin Schulmann.

„Hinterher heißt es: Die Stadt hat nicht reagiert“

Adriano Gobbo muss jetzt das Gegenteil beweisen und eine Baugenehmigung beantragen.

Die Statik müsse berechnet werden und der Brandschutz eingehalten werden. „Stellen sie sich mal vor, eines der Häuser stürzt bei Sturm oder starkem Schneefall ein, wenn gerade eine Schulklasse zu Gast ist“, so Schulmann und weiter: „Hinterher heißt es: Die Stadt hat nicht reagiert.“

Fällt Adrianos Weihnachtswelt in diesem Jahr aus?

Der Gelsenkirchener ist verzweifelt. Die Kosten für einen Statiker und die Baugenehmigung könnten sein Budget sprengen. „Es ist eine Katastrophe. Wahrscheinlich fällt meine Aktion in diesem Jahr ins Wasser“, fürchtet der 67-Jährige.

Wegen des Streits habe er in diesem Jahr noch nicht an Adrianos Weihnachtswelt basteln können. Davor habe der Rentner immer ganzjährig an seinem Herzensprojekt für die Kinder arbeiten können.

Stadtsprecher macht Hoffnung mit einem Versprechen

Doch laut Martin Schulmann gibt es Hoffnung: „Ein in Gelsenkirchen nicht ganz unbekannter Architekt hat Anfang Juli versprochen, er würde sich darum kümmern“, sagt der Stadtsprecher und verspricht: „Wenn sein Gutachten kommt, kann alles ganz schnell gehen.“

Bleibt zu hoffen, dass der zweite Architekt sein Wort hält. Dann könnte Adriano Gobbo die Kinder in Gelsenkirchen-Horst auch in diesem Jahr an Weihnachten verzaubern.

 
 

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