„Geheim“ ist nicht geheim

Tobias Mühlenschulte
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Gelsenkirchen.  „Der wichtigste Schutz ist der gesunde Menschenverstand“, sagt Norbert Pohlmann, Professor am Institut für Internet-Sicherheit. Mit seinem Kollegen Markus Linnemann demonstrierte der IT-Experte in der Mayerschen Buchhandlung, wie gute Passwörter erstellt werden.

Außerdem stellten die beiden Mitarbeiter des Instituts an der Fachhochschule Gelsenkirchen an der Bahnhofstraße das gemeinsame Buch „Sicher im Internet - Tipps und Tricks für das digitale Leben“ vor. Markus Linnemann zeigte anschaulich, wie arglos manche User Passwörter wählen und wie einfach es wäre, sich in fremde E-Mail-Accounts einzuwählen. Obendrein versuchte er sich in Telefonspionage.

Markus Linnemann zeigt in einer Präsentation die Ergebnisse, die die Auftrags-Untersuchung bei einem lokalen Betrieb ans Tageslicht gebracht hat: Von 2200 Arbeitnehmern, so fand das Institut für Internet-Sicherheit heraus, hatten 507 den Namen der eigenen Firma als Passwort gewählt. Ein paar andere hatten sich für „geheim“ - das schlechteste Passwort überhaupt - oder für „schalke“ entschieden. So macht man es Hackern natürlich leicht.

„Nutzen Sie lange Passwörter“, riet Markus Linnemann der Handvoll Teilnehmer. Außerdem empfiehlt sein Institut eine Länge von zehn Zeichen, kombiniert mit Groß- und Kleinschreibung, Sonderzeichen und Zahlen.

Wie schnell Internet-Kriminelle an ein paar Benutzernamen kommen, demonstriert der Fachmann mit einem illegalen Programm, dass in Sekundenschnelle hunderte von Ebay-Pseudonymen sammelt. Bei all diesen Namen könnten jetzt die gängisten Passwörter ausprobiert werden - früher oder später mit Erfolg.

Auch Handys sind vor Angriffen aus dem Internet nicht mehr sicher. Mit einem so genannten „Trojaner“ - einem Schadprogramm - ,führt Linnemann mit zwei Geräten vor, können nicht nur Gespräche belauscht, sondern auch Daten ausspioniert werden. Die Software dafür gibt’s legal im Internet. Lediglich die Benutzung ist untersagt.