Gefangenenchor als Zugabe bei Nabucco im Schlosspark Horst

Der Verdi-Klassiker über Liebe und Macht: Über 600 Besucher verfolgten am Samstag die Open-Air-Aufführung der Oper „ Nabucco " im Park von Schloss Horst.
Der Verdi-Klassiker über Liebe und Macht: Über 600 Besucher verfolgten am Samstag die Open-Air-Aufführung der Oper „ Nabucco " im Park von Schloss Horst.
Foto: Foto: Martin Möller / Funke Fot
  • Rund 600 Besucher verfolgten am Schloss Horst Verdis Opern-Klassiker „Nabucco“
  • Die Regensachen wurden nicht benötigt. Am Ende gab es viel Beifall für die Tournee-Bühne
  • Zwei Statisten kamen als WAZ-Gewinner zu einem Auftritt im Gefangenenchor

Gelsenkirchen.. Mit dem dramatischen Spiel um Liebe und Macht in der Freiheitsoper Nabucco wurde es am Samstag hinterm Schloss Horst absolut italienisch. Die klassische Aufführung des meist gespielten Musiktheaters der Welt hat ihr begeistertes Publikum gefunden: Weit über 600 Opernfreunde genossen die Open-Air-Veranstaltung andächtig lauschend im grünen Ambiente unter hohen Bäumen.

Die Regencapes für die Besucher musste die Veranstaltungsagentur Paulis zum Glück nicht auspacken. Es blieb wolkig, aber trocken. Und so wurde die Aufführung bei zunehmender Dämmerung zu einem Glanzlicht. Musikalischer Leiter der Oper war der polnische Dirigent Tadeusz Serafin, der seit 1971 als Kontrabassist des Großen Rundfunk- und Fernsehorchesters in Kattowitz arbeitete. Das Repertoire des international geschätzten Dirigenten umfasst Sinfonien und große Opernwerke der Klassik und Romantik bis hin zur Moderne.

Den König von Babylonien spielte überzeugend und ausdrucksstark Bariton Andrij Shkurhan, die Rolle seiner Tochter Abigaille übernahm Sopranistin Malgorzata Knec-Adjukiewicz, den Nabucco-Kontrahenten füllte Cezary Biedsiadecki aus.

Giuseppe Verdis Freiheitsoper – 1841 komponiert – wurde am 9. März 1842 im Teatro alla Scala in Mailand uraufgeführt und trat einen unaufhaltsamen Siegeszug um die Welt an. Sie spielt in Jerusalem und Babylon im Jahr 587 vor Christus.

Verdi, ein Patriot, war vom Inhalt des Stückes von Temistocle Solera, völlig begeistert. Er wünschte sich die Befreiung und Einigung Italiens von österreichischer Vorherrschaft und sah Parallelen zum Wunsch des unterdrückten jüdischen Volkes, sich aus babylonischer Gefangenschaft zu befreien.

Zwei Zugaben als Dankeschön

Das Meisterstück Verdis, die Musik des Gefangenenchors, wurde fast eine italienische Nationalhymne, „Va, pensiero, sull’ali dorate“ (Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen) kannten Mitte des 19. Jahrhunderts alle Italiener. Und wenn man heute an Verdis Nabucco denkt, ist bei Opernliebhabern dieses Stück sofort präsent. Und so wundert es nicht, dass die Musik, die auch heute noch für reichlich Gänsehaut sorgt, der Höhepunkt des Abends war. Standing Ovations gab es für Musiker, Sänger und Schauspieler nach über zweistündiger schweißtreibender Vorstellung.

Die Künstler gaben an das respektvolle Publikum ihrerseits den Dank zurück und spielten zwei Zugaben: Natürlich den Freiheits-, oder anders genannt den Gefangenenchor. So wie Martina Dohle und ihre Tochter Alexandra voller Begeisterung vom Orchester der Oper Bytom und der gesamten Inszenierung schwärmten, erging es auch den anderen Besuchern.

Entspannter kann ein Samstagabend nicht sein.

Zwei Gewinner in der Statistenrolle

Volltreffer! Die beiden Glücklichen, die eine Karte für die Verdi-Oper Nabucco bei der WAZ Redaktion gewonnen haben, sind Theater- und Opernliebhaber mit Leib und Seele.

Klaus Köster und Marion Schumacher haben beide Schauspielerfahrung. Insofern war Theaterschminke und auf der Bühne stehen für sie nichts Neues. Und doch: Auf so einer Profi-Veranstaltung sind sie sonst nicht anzutreffen.

Köster ist „im richtigen Leben“ Schmied und arbeitet für eine Wittener Firma unter anderem für den Bergbau in Australien und China. „Seit 30 Jahren spiele ich aber auch Theater, das ist ein guter Ausgleich für meinen Beruf“, sagt er und freut sich an diesem Abend auf den Nabucco-Genuss und den Auftritt.

Beide spielen Theater

Marion Schumacher hat schon als Statistin beim Musiktheater im Revier Bühnenluft geschnuppert, ist ansonsten aber auch beim Seniorentheater Gelsenkirchen zu finden und freut sich riesig über die Chance, bei der Verdi-Produktion mitmachen zu dürfen.

 

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