Ganz Gelsenkirchen singt beim 2. Day of Song

Der 2. Day of Song in Gelsenkirchen. Foto: Martin Möller
Der 2. Day of Song in Gelsenkirchen. Foto: Martin Möller
Foto: WAZ FotoPool
Zum Day of Song gab es zahlreiche musikalische Aktionen in der Stadt. Profi- und Laienchöre animierten zum Mitmachen. Kurzum: Bei der zweiten Auflage hat ganz Gelsenkirchen gesungen.

Gelsenkirchen.. „Wer singt denn hier?“, fragt Jenny (11) neugierig. Ohne die Antwort ihrer Mutter abzuwarten klettert sie auf eine Sitzbank, um einen Blick auf den Chor zu erhaschen, der sich vor der St.-Urbanus-Kirche in Buer aufgestellt hat. „Da sind ganz viele Kinder“, stellt Jenny fest. Die kleinen Sänger aus verschiedenen Gelsenkirchener Kindergärten und Grundschulen trippeln schon aufgeregt hin und her. Dann geht es endlich los. Vom Keyboard begleitet präsentieren die Kids mit roten Bäckchen das erste Lied mit dem Titel „Brüderchen komm tanz mit mir“. Viele Zuschauer stimmen schließlich mit ein.

Glück auf – das Steigerlied

Bereits morgens um zehn Uhr startete der Day of Song mit vielen verschiedenen Aktionen. „Gerade waren wir noch am Musiktheater und haben mit all den anderen Leuten zusammen ein Bergmannslied gesungen“, verrät Jenny. „Da waren alle ganz aufgeregt.“ Immerhin stand schon am Mittag der Höhepunkt des Tages auf dem Programm: Um Punkt 12.10 Uhr wurden in allen 53 Städten synchron die gleichen Songs angestimmt. Wie im Jahr 2010 begannen die Sänger im ganzen Revier mit dem altbekannten „Glück auf – das Steigerlied“.

Wo gehen wir als nächstes hin?“, möchte Jenny dann wissen. Nun haben sie die Qual der Wahl. Schließlich stehen auch am Nachmittag noch viele weitere Aktionen in der Stadt auf dem Programm. Die Entscheidung fällt auf die Matthäuskirche an der Cranger Straße. Dort nahm das Ensemble Zukunftsmusik die Zuhörer mit auf eine ganz besondere musikalische Reise. Alle Mitglieder der Gruppe sind selbst Amateure und animierten das Publikum zum mitmachen. „Wir singen heute hier keine Lieder, sondern wir erfinden Musik“, versprach Michael Gees, der die Sänger am Klavier begleitete. „Hier ist alles improvisiert.“ Es entstanden einzigartige Klänge, da sich nach und nach immer mehr Besucher trauten, mitzusingen. „Das klingt ja richtig professionell, obwohl ich das noch nie gemacht habe“, meint Jenny. „Vielleicht sollte ich mich doch einmal in einem Chor anmelden.“

Gelegenheit zum Üben hatte sie dann später wieder im Musiktheater. Nachdem dort schon den ganzen Tag verschiedene Chöre ihr Programm präsentierten, gab es am frühen Abend das große Live-Orchesterkaraoke mit der Neuen Philharmonie Westfalen. Von „Dancing Queen“ über „We will rock you“ bis hin zu „Aber bitte mit Sahne“ waren die größten Ohrwürmer der Musikgeschichte vertreten. Alle Besucher im Saal hatten dabei die Gelegenheit, den Text auf einer riesigen Leinwand abzulesen. Schwierig gestaltete es sich für Moderator Carsten Kirchmeier und Dirigent Rasmus Baumann, der einige Stücke am Flügel begleitete, Freiwillige zu finden, die auf der Bühne singen wollten.

Höhere Einsatzbereitschaft

Die Damen im Saal zeigten hier eine deutlich höhere Einsatzbereitschaft als die Männer. Diejenigen, die sich schließlich auf die Bühne trauten, trafen zwar nicht immer den richtigen Ton, hatten aber sichtlich Spaß. Auch der Oberbürgermeister musste ran. Zusammen mit drei anderen mutigen Zuschauern gab Frank Baranowski Herbert Grönemeyers „Currywurst“ zum Besten und bewies dabei ungeahnte musikalische Qualitäten.

Auf die Bühne traute sich Jenny nicht, ließ es sich aber nicht nehmen lauthals mitzusingen – auch wenn sie alle Lieder gar nicht kannte. Zum Schluss machte sie sich zusammen mit ihrer Mutter auf den Weg zum Heinrich-König-Platz. Dort fand die ganz große Abschlussveranstaltung statt. Einige Jugend- und Gospelchöre mit rund 180 Sängerinnen und Sängern präsentierten in Begleitung der Wolfgang-Wilger-Band Gospelsongs, Spirituals und neue geistliche Lieder zum Mitsingen.

Von den Klängen verzaubert

Zahlreiche Gelsenkirchener versammelten sich auf dem Platz vor der Altstadtkirche und ließen sich von den Klängen verzaubern und zum Mitswingen animieren. Passend zu Veranstaltungsbeginn kam auch die Sonne raus. Viele Passanten blieben stehen, so dass sich der Heinrich-König-Platz immer weiter füllte. Auch wenn die überregionale Abschlussveranstaltung in diesem Jahr nicht wie 2010 in der Veltins-Arena stattfand, wurden die Angebote beim zweiten Day of Song auch in Gelsenkirchen gut angenommen. „Das war ein sehr schöner Tag“, meint Jenny. „Hoffentlich wird das bald wieder gemacht.“

EURE FAVORITEN