Folgen für Förderschüler vor Ort überschaubar

Sibylle Raudies
Die Förderschule am Rungenberg gibt es als selbstständige Schule bereits nicht mehr.
Die Förderschule am Rungenberg gibt es als selbstständige Schule bereits nicht mehr.
Foto: WAZ
Für Förderschüler in Gelsenkirchen wird der Beschluss zur Mindestgröße von Förderschulen keine großen Einschränkungen mit sich bringen, glaubt Bildungsdezernent Dr. Manfred Beck. Der Beschluss der Landesregierung kommt nicht überraschend, man ist vorbereitet.

Gelsenkirchen.  Nun ist es also amtlich. Das Land hat beschlossen, dass mit dem Beginn des Rechtsanspruchs auf einen Platz in einer Regelschule für Erst- und Fünftklässler im nächsten Schuljahr auch die Mindestgrößen für Förderschulen gelten. Die Schulen in Gelsenkirchen trifft das nicht unerwartet. Der lange angekündigte Beschluss war eher eine Frage des Wann als des Ob. „Gelsenkirchener Schüler beeinträchtigt dieser Beschluss kaum. In ländlichen Gebieten könnte es schwierig werden für manche Schüler, bei uns nicht“, glaubt Bildungsdezernent Dr. Manfred Beck.

Mindestgrößen für Regel- und Förderschulen gab es auch schon in der alten Verordnung von 1978. Allerdings galt in den letzten Jahren die Möglichkeit, diese Mindestzahlen um bis zu 50 Prozent zu unterschreiten. Und von diesem Recht wurde auch in Gelsenkirchen Gebrauch gemacht. Diese Möglichkeit gibt es künftig nicht mehr. Verbundschulen, also Zusammenschlüsse, sollen die Deckung des Bedarfs laut Schulgesetz sicherstellen.

Waldorfschule gilt als gesichert

Rückläufig waren in den letzten Jahren vor allem die Anmeldezahlen im Bereich Förderbedarf Lernen – sechs davon gab es vor Ort. Hier ist in Gelsenkirchen wie auch landesweit mit den meisten Schulschließungen zu rechnen. Der Auslaufbeschluss für die Rungenbergschule ist bereits gefällt und durch den Umzug und Verbund mit der Michael-Ende-Schule umgesetzt.

Uhlenbrockschule und Schlossparkschule Horst erfüllen ebenfalls nicht die Mindestanmeldezahlen von 144 Schülerinnen. Genaue Zahlen für 2014 gibt es zwar erst nach den Schulanmeldungen im Februar, wenn Eltern sich für oder gegen eine Förderschule entschieden haben. Aber schon jetzt ist die ungefähre Zahl abschätzbar. Als gesichert auch auf längere Sicht gilt die Waldorfschule (Raphaelschule) in der Resser Mark mit entsprechenden Förderschwerpunkten.

Nicht akut gefährdet sind die drei Förderschulen Sehen, Hören und Kommunikation sowie körperliche und motorische Entwicklung vor Ort, die vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe getragen werden. Denkbar sind allerdings auch hier Zusammenlegungen, da es auch für sie Mindestgrößen gibt. Mittelfristig sicher dürften die beiden Förderschulen mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung und Sprache sein.