Feuer zerstört Wohnwagen von Sinti und Roma

Oliver Schmeer
Foto: Thomas Schmidtke / WAZ FotoPool
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Gelsenkirchen. Knapp 20 brennende Wohnwagen machten einen Parkplatz an der Katernbergerstraße zwischen Essen und Gelsenkirchen in der Nacht zum Freitag zum Flammenmeer. Zahlreiche Sinti- und Roma-Familien hatten ihre Wohnmobile dort abgestellt. Die Polizei ermittelt auch in Richtung Brandstiftung.

19 Wohnwagen ausgebrannt
19 Wohnwagen ausgebrannt
nrw-aktuell.tv

Gegen 1 Uhr wurden die Essener und Gelsenkirchener Feuerwehren alarmiert und löschten gemeinsam in einem Großeinsatz das Feuer in der Feldmark. Allein die Gelsenkirchener rückten mit 60 Mann an. Zunächst brannten fünf Wohnwagen. Da sie dicht an dicht abgestellt waren, griffen die Flammen rasend schnell auf weitere und Wohnmobile über. „Das war ein riesiger Feuerball. So etwas habe noch nicht gesehen“, sagte ein Anwohner. „Ein Schlachtfeld“, meinte ein anderer. Die Hitze reichte bis an die angrenzende Straßenkreuzung. „Die Leute waren sofort auf der Straße und schrien, es brennt, es brennt. Es hat immer wieder laute Explosionen gegeben“, berichtet ein Zeuge.

Denn in den brennenden Wohnwagen explodierten teilweise die Gasflaschen. Daher evakuierten Feuerwehr und Polizei vorsichtshalber die Bewohner der angrenzenden Wohnhäuser. Sie wurden in einem Bus untergebracht. Personen kamen nicht zu Schaden. Nach bisherigen Feststellungen dürfte der Sachschaden an die 200 000 Euro betragen. Nach zwei Stunden hatte die Feuerwehr den Brand gelöscht. Zurück blieb ein Feld der Zerstörung. Viele Wohnwagen waren bis auf die Achsen und Felgen heruntergebrannt, nur Metallgerippe von Kochern, Flaschen, Campingstühlen oder Matratzen-Spiralen waren auszumachen.

Wie viele andere steht Michaela Weinberg noch am Mittag geschockt mit ihrer Tochter vor dem Nichts. Ihr Wohnwagen existiert nicht mehr. „Wir wollten im Sommer wieder in den Urlaub fahren. Unser ganzen Hab und Gut dafür war in dem Wohnwagen.“ Das Mobil war zwar versichert, aber reichen wird das nicht für einen neuen.

In dem Viertel leben vor allem Sinti- und Roma-Familien, von denen viele ihre Wohnmobile auf dem Parkplatz über den Winter abgestellt hatten. Die Staatsanwaltschaft und ein Brandsachverständiger haben die Ermittlungen aufgenommen. Die Brandursache steht nicht fest, aber Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen. In der Nacht sollen weglaufende Personen gesehen sein worden. Daher sucht die Polizei Zeugen, die vor dem Brandausbruch oder danach um den Brandort herum verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben. Hinweise 0209/ 365 7112 oder 8240. Nach bisherigen Erkenntnissen liegen aber keine Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund vor.