Feine Kerle über Bismarck

Tierisch Butnes gab es beim Drachenfest auf Consol zu sehen. Foto: Thomas Schmidtke
Tierisch Butnes gab es beim Drachenfest auf Consol zu sehen. Foto: Thomas Schmidtke
Foto: WAZ FotoPool
Die sechste Auflage des Drachenfestes auf Consol lockte zahlreiche Besucher nach Gelsenkirchen. Drachenbau-Workshops und Flugshows begeisterten die Gäste.

Gelsenkirchen..  Anfänger, Fortgeschrittene, Profis, aber auch einfach nur Schaulustige in Sachen Drachen trafen am Pfingstwochenende auf dem Consol-Gelände aufeinander. Bunte Himmelsstürmer in allen möglichen Farben und Formen flatterten, schwebten und rasten durch die warmen Bismarcker Lüfte. Das Drachenfestival auf Consol war die erfolgreiche sechste Auflage des luftigen Spektakels.

Die Wiese hinter dem Consol Theater war den Profis vorbehalten. Vereinen, Clubs oder einfach nur Freundeskreisen, die sich ganz der Kunst des Drachenbaus verschrieben haben. Nachmittags fanden stündlich Flugschauen statt, bei denen die Profis kurz ihre unterschiedlichen Drachen in die Luft bringen konnten. Ein Highlight dabei dürfte ein großer Figurdrachen, ein sogenannter Staudruckdrachen, in Form eines Pandabären gewesen sein. Nach und nach füllte sich die schwarz-weiße Hülle, die von einem Schlittendrachen in die Luft gezogen wurde, bis das zehn Meter lange Tier für ein paar Sekunden prall aufgefüllt meterhoch über dem Boden schwebte. „Ist das ein feiner Kerl?“, begeisterte sich Arthur Skibb für den „Freund aus Asien“. Skibb war nach seinem Aussetzen im letzten Jahr wieder Moderator und Organisator des städtischen Drachenfestivals.

Von den Staudruckdrachen, von denen in den vergangenen Jahren immer viele auf dem Consol-Gelände vertreten waren, gab es am Pfingstwochenende nicht so viele. „Zu windig“, begründete der Drachenflieger Thomas Blankers (45) aus Essen, der mit drei Freunden angereist war und seinen Cody-Drachen bei einer der Flugschauen vorstellte. „Wir sind jetzt das vierte Jahr hier“, sagte Thomas Blankers. „Hier ist eine wunderbare Stimmung und das Flair mit den alten Industriebauten ist toll.“ Insgesamt hatten 42 Hobby-Gruppen ihr Camp aufgeschlagen.

Zum Drachenfestival gehörten auch Drachenbau-Workshops, Verkaufsstände mit Drachenbau-Zubehör, Livemusik und ein Kulturprogramm. Auf der großen Consol-Wiese konnten die Besucher ihre Drachen steigen lassen. Da war zum Beispiel die kleine Ana Lucia (4) aus Herten, die mit ihren Großeltern aus Bismarck einen Himmelsstürmer Richtung Sonne schickte, auf dem ein Pferdemotiv zu sehen war. „Wir mussten hier vor Ort extra einen neuen kaufen. Bei dem alten Drachen war die Querstange zu schwer“, erklärte der Opa. Für nur zehn Euro habe man ein komplikationsloses Modell erwerben können.

Ein paar Euro mehr dürfte Julian (17) aus Bismarck für seinen „Revolution EXP“ hingeblättert haben. An vier Leinen ist dieser Mattendrachen befestigt, der am windigen Samstag einiges an Kraft von seinem Flieger forderte. „Das Drachenfliegen ist eine gute Abwechslung zu meinem anderen Hobby American Football“, sagte der Spieler der Devils. Fast wie beim Angeln sei das Drachenfliegen.

Ruhe strahlten auch die vielen bunten „Schleierschwanzdeltas“ aus, die mit flatternden Schweifen völlig ruhig im Wind standen und damit den entspannten und hektikfreien Charakter der Veranstaltung unterstrichen.

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