Erster Sprachkurs vom DGB-Jugend in Gelsenkirchen

Mareike Kluck
Die erste Unterrichtsstunde im Haus der Jugend war ein großer Erfolg. 
Die erste Unterrichtsstunde im Haus der Jugend war ein großer Erfolg. 
Foto: Foto: Martin Möller / Funke Fot
  • Dank Spenden kann das DGB-Haus der Jugend einen Sprachkurs anbieten und Jugendliche fördern
  • Die Teilnehmer sind zum größten Teil unbegleitete Jugendliche, die in Gelsenkirchen Asyl gefunden haben
  • Die jungen Leute sind so engagiert, dass sogar die ehrenamtlichen Lehrer staunen

Gelsenkirchen. Um die 30 Menschen sitzen im DGB-Haus der Jugend und schauen interessiert nach vorne. Denn dort stehen Çiğdem Kaya aus Dinslaken, Yekta-Newroz Kilicalp aus Gelsenkirchen und Ardil Inak aus Hamburg. Alle drei starten den ersten Deutschkurs für Flüchtlinge im DGB-Haus. Türkisch, Kurdisch und Arabisch sind von den Lehrern abgedeckt. Aber eigentlich ist es überhaupt nicht wichtig. Denn die jungen Flüchtlinge, die zum Teil erst wenige Monate in Deutschland sind, begrüßen ihre ehrenamtlichen Lehrer auf Deutsch. Jeder der Schüler stellt sich vor. Name, Alter, Herkunft... Eine große Leistung.

Dank Spenden der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Vivaweststiftung kann das DGB-Haus der Jugend den Sprachkurs anbieten. Allen Beteiligten liegt die Sprachförderung der Flüchtlinge am Herzen – so könnten sie in einiger Zeit genau die Arbeitnehmer sein, nach denen die Politik im Zusammenhang des Fachkräftemangels so ruft.

Die Teilnehmer des Kurses sind zum größten Teil so genannte unbegleitete Jugendliche, die in Gelsenkirchen Asyl gefunden haben. Kira Wischnewski hat vor einiger Zeit das „Café Vielfalt“ im Haus des DGB, Gabelsbergerstraße 12, ins Leben gerufen. „Viele Aspekte sind dort ineinander geflossen“, so Wischnewski. „Freizeit und Sprache, also das Leben, gehören zueinander.“ Ein Wohlfühlraum sei einfach wichtig.

Ein Zeichen setzen

Die Kooperationspartner und die Leiterin des DGB-Hauses der Jugend sind sich einig. „Wir stehen in einem gewissen Maße in der Schuld der Menschen, bzw. wollen junge Menschen aus Krisengebieten unterstützen“, sagt Rainer Koch, Vorstandssekretär von IG BCE. „Wir möchten ein Zeichen setzen und den Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt eine Chance geben.“

Die Chance steht und geht zunächst mit der Sprache. Daher sind die jungen Flüchtlinge der Sprachkurse im DGB-Haus so engagiert, dass sie schon zu Beginn ihre Lehrer beeindruckt haben. „Das ist wirklich schon extrem bewundernswert, wie sich die Schüler ins Zeug legen“, sagt Yekta-Newroz Kilicalp. Die 24-jährige Studentin ist in Gelsenkirchen geboren und spricht unter anderem türkisch und kurdisch. „Wir können natürlich nicht alles abdecken, aber wir verstehen uns hier schon sehr gut – auch weil die Teilnehmer schon richtig gut deutsch sprechen.“