Gelsenkirchen

Graffiti-Krieg an der A40: Erdogan-Anhänger sprühen zurück

Erdogan XXXX, Herzchen, Evet und 2023 - hier waren in der Nacht zu Donnerstag Erdogan-Anhänger am Werk.
Erdogan XXXX, Herzchen, Evet und 2023 - hier waren in der Nacht zu Donnerstag Erdogan-Anhänger am Werk.
Foto: Straßen.NRW

Gelsenkirchen. Da hat wohl jemand die Nachrichten gelesen: Am Mittwoch machte die Meldung die Runde, dass sich das Türkische Generalkonsulat sehr über beleidigende Anti-Erdogan-Sprüche an Schutzwänden entlang der A40 in Gelsenkirchen aufgeregt habe.

Straßen.NRW solle die Schmierereien („Erdogan verrecke“, „Erdogan Hurensohn“, „Erdogan Faschismus stoppen“) schnellstmöglich entfernen, da es sich hierbei um Straftaten handele.

Doch die Behörde blieb gelassen. Man entferne die Schriftzüge erst bei den nächsten Sanierungsarbeiten.

Erdogan-Anhänger übermalen Beleidigungen

„Dann machen wir es eben selbst“, dachten sich wohl unbekannte Anhänger von Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Sie versuchten, die beleidigenden Aussagen unkenntlich zu machen. Statt „Erdogan verrecke!“ steht dort am Donnerstag bloß noch „Erdogan“ und (fast) unleserliches Gekritzel.

Anspielungen auf das Türkei-Referendum

Unter dem Namen Erdogans prangt außerdem ein rotes Herzchen und das Wort „Evet“ („Ja“) - eine Anspielung auf das am Montag angelaufene Referendum, bei dem die Türken über eine Verfassungsänderung abstimmen können. Erdogan würde bei einem positiven Wahlausgang deutlich mehr Macht gewinnen.

Auch die Zahl 2023 ist zu lesen: das Jahr, in dem Erdogans Vision einer Präsidialdemokratie (spätestens) voll in Kraft stehen soll - genau hundert Jahre nach der türkischen Republikgründung.

Straßen.NRW will auch neue Graffitis stehen lassen

Straßen.NRW reagiert auch auf die neuen Schmierereien locker. „Auch das entfernen wir nicht so schnell“, sagt Sprecher Bernd Löchter. Denn: Dafür müsste extra die A40 gesperrt werden, es käme zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Nur bei Morddrohungen oder verfassungsfeindlichen Symbolen müsste Straßen.NRW schnell reagieren. „Aber bei 20.000 Kilometern Straße, 10.000 Brücken und unzähligen Schildern hätten wir ja viel zu tun, jede hingeschmierte Beleidigung zu beseitigen.“

(lin)

Mehr dazu:

Graffitis an der A40 beleidigen Erdogan - Türkisches Generalkonsulat: „Straftat“

Beleidigende Erdogan-Graffiti an der A40: Deshalb werden sie erst einmal nicht entfernt

 
 

EURE FAVORITEN