Energiewende von unten

Energieempfang der Grünen: vl.: Karl Kneip ( Grünen Mitglied ), Tom Jost ( Energiebürger GE ), Gabi Meyer-Ullrich (Energiebürger GE ).
Energieempfang der Grünen: vl.: Karl Kneip ( Grünen Mitglied ), Tom Jost ( Energiebürger GE ), Gabi Meyer-Ullrich (Energiebürger GE ).
Foto: WAZ Fotopool

Gelsenkirchen. Ökologisch und bezahlbar soll’s sein. Wie kann die Energieversorgung der Zukunft in Gelsenkirchen aussehen? Beim Energieempfang der Grünen wurde das Thema debattiert. Die Solar-Genossenschaft „Energiebürger“ stellte sich vor, die Verbraucherzentrale gab Tipps zum Sparen.

In einem Punkt war man sich einig: „Die Energiewende muss von unten kommen, dezentralisiert organisiert“, erklärt Irene Mihalic, Stadtverordnete der Grünen, „sonst wird sie scheitern.“

Tarifvergleich lohnt sich

Über Möglichkeiten vor Ort wollte man daher im Wissenschaftspark reden. Wie soll die Energieversorgung der Stadt in Zukunft aussehen? Wie kann Energie für alle bezahlbar bleiben? Und wie kann ich selbst aktiv werden? „Wir dürfen das Feld nicht den Konzernen überlassen. Nur mit einem starken Stadtwerk können wir eine soziale Ausrichtung erreichen und Energiearmut bekämpfen“, ist sich Mihalic sicher.

Das Auslaufen der Verträge mit der ELE zum Ende des Jahres sei eine Chance gewesen, Gelsenkirchen auf eine nachhaltige Versorgung auszurichten. Schließlich steht hinter der ELE der Energieriese RWE. Bei lediglich 21 Prozent liegt der kommunale Anteil, den die Gesellschaft für Energie und Wirtschaft (GEW) besitzt. „Doch leider hat sich die SPD mit ihrer absoluten Mehrheit durchgesetzt und die Verträge fortgeführt.“ Ein Teilerfolg: Der kommunale Anteil werde auf 49 Prozent aufgestockt. Außerdem werde die ELE-GEW-Photovoltaikgesellschaft künftig mehrheitlich von der GEW geführt.

Anbieterwechsel in Betracht ziehen

Die Energiebürger Gelsenkirchen gründeten Anfang des Jahres eine Genossenschaft. „Dafür, dass Gelsenkirchen Solarstadt sein möchte, wird einfach zu wenig getan“, erklärte Vorstandsmitglied Tom Jost. Drei Photovoltaikanlagen wurden bereits errichtet, unter anderem auf dem Dach des Eduard-Spranger-Berufskollegs in Buer. Die genossenschaftliche Organisation erlebt zurzeit ein Revival: 600 Bürgergenossenschaften existieren aktuell bundesweit.

Doch die Umstellung auf regenerative Energien allein reiche nicht. Auch der Energieverbrauch müsse sinken. Auf diesem Weg lasse sich außerdem eine Menge Geld sparen: „Wie man schon mit relativ einfachen Mitteln Strom einsparen kann, erklären wir in unserem Basischeck“, erläuterte Ute Helferich von der Verbraucherzentrale.

Auch ein Anbieterwechsel sollte in Betracht gezogen werden. „Beim Ökostrom kommt man in vielen Fällen mittlerweile günstiger weg. Ein Tarifvergleich lohnt sich in jedem Fall.“

 
 

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