Emschergenossenschaft entwässert die Autobahn 42

Nikos Kimerlis
An der Ausfahrt Schalke-Nord der A42 in Gelsenkirchen unterhält die Emschergenossenschaft bereits ein Regenrückhaltebecken. In Zukunft sollen es fünfzig Becken entlang der Autobahn werden.
An der Ausfahrt Schalke-Nord der A42 in Gelsenkirchen unterhält die Emschergenossenschaft bereits ein Regenrückhaltebecken. In Zukunft sollen es fünfzig Becken entlang der Autobahn werden.
Foto: Foto: Martin Möller / Funke Fot
Die Emschergenossenschaft übernimmt die Entwässerung der A 42 von Straßen.NRW. 50 Regenrückhaltebecken entlang des Emscherschnellweges geplant.

Gelsenkirchen. Die Emschergenossenschaft übernimmt ab sofort die Entwässerung der Autobahn 42 zwischen Castrop-Rauxel und Duisburg. Eine Übernahmevereinbarung haben der Landesbetrieb Straßen.NRW und die Emschergenossenschaft jetzt unterzeichnet.

Zweck der Vereinbarung ist, dass sich die Beteiligten durch die Aufteilung der Arbeitsfelder künftig effizienter auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. „Wir versprechen uns davon in erster Linie mehr Zeit“, sagte Christoph Neumann, Abteilungsleiter Planung bei der Regionalniederlassung von Straßen NRW Ruhr. Mehr Zeit, um „die Erhaltung und den Ausbau des Straßennetzes voranzutreiben und dringende Sanierungsarbeiten – etwa bei vielen Brücken – anzugehen“.

Regenwasser wird von Schmutz getrennt

Bei der Emschergenossenschaft spricht man in dem Zusammenhang ebenfalls von einer Win-Win-Situation. „Wir sind Experten für den Wasserkreislauf“, sagte Sprecher Ilias Abawi. Und die laufende Renaturierung der Emscher habe es nahegelegt, diese Aufgabe gleich mit zu übernehmen.

Das Abwasser der Emscher und ihrer Nebenläufe wird bekanntlich künftig in geschlossenen Kanälen abgeleitet, der Fluss und seine Nebenläufe durch die Emschergenossenschaft in naturnahe Gewässer umgebaut. Durch die Übernahme der Entwässerung der A 42 übernimmt die Genossenschaft eine ähnliche Aufgabe, Niederschlagswasser von Schmutz zu trennen. Und zwar auf einer Länge von 50,49 Kilometern innerhalb des Genossenschaftsgebietes von Duisburg (östliche Rampe der Rheinbrücke) bis Castrop-Rauxel (nebst des Autobahnkreuzes mit der A 45). Bis zum Jahr 2030 sollen am Emscherschnellweg zusätzliche 50 Regenrückhaltebecken angelegt werden, um das Niederschlagswasser hernach aufzubereiten. Kosten: 35 Millionen Euro.

Ölabscheider sorgen etwa als Reinigungsvorstufe für eine Trennung oder Stauraumkanäle, in denen Wasser beruhigt wird, so dass sich Sedimente absetzen können. Reinwasser fließt in Zukunft dann wieder Bächen und Flüssen der Region zu, den Rest besorgen Kläranlagen – vereinfacht erklärt.

Überflutungsrisiko eindämmen

„Die Anlagen an der A 42 werden außerdem im Fall von Sturzfluten helfen, das Überflutungsrisiko der Anlieger in unserem Gebiet zu reduzieren und stellen damit einen Beitrag zur Beherrschung der Folgen des Klimawandels dar“, sagte Dr. Jochen Stemplewski, scheidender Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

Die Entwässerung des Straßenkörpers selbst liegt weiterhin bei Straßen.NRW. Damit gilt, dass das Sammeln und Fortleiten Aufgabe von Straßen.NRW bleibt und das Übernehmen, Behandeln und Einleiten auf die Emschergenossenschaft übertragen wird.