Einslive-Autokino - Schalke-Arena ist jetzt Deutschlands größter Kinosaal

Patricjk Schleu
Mit rund 250 Fahrzeugen nahezu ausverkauft war das erste 1Live Autokino am Donerstag. Zum Fimstart gab’s ein Hupkonzert.
Mit rund 250 Fahrzeugen nahezu ausverkauft war das erste 1Live Autokino am Donerstag. Zum Fimstart gab’s ein Hupkonzert.
Foto: WAZ FotoPool
Rund 250 Fahrzeuge parkten beim Einslive-Autokino in der Arena. „Sehen und gesehen werden“ hieß es zum Auftakt der vier Filmtage – und zum Start gab’s ein Hupkonzert vor der 10 mal 20 Meter großen Leinwand.

Gelsenkirchen. Rasen raus, Dach zu, Film ab: Die Arena ist um eine Attraktion reicher und darf sich ab sofort „Deutschlands größter Kinosaal“ nennen. Radiosender Einslive hatte am Donnerstag zur Premiere seiner Autokino-Saison eingeladen. Beim Actionfilm „Fast and Furious 5“, in dem PS-Starke Boliden wichtigste Rollen spielen, griffen alle Klischees: Aufgemotzte Schlitten, Oldtimer und Luxuskarossen reihten sich vor der Leinwand an- und hintereinander.

280 Wagen haben Platz

„Bereits um 17 Uhr sind die Ersten vorgefahren“, staunte Mitorganisator Christian Bongers von Einslive. Und das, obwohl der Film erst nach Einbruch der Dunkelheit starten sollte. „Um 19 Uhr waren fast alle Plätze belegt.“ Insgesamt 280 Wagen passen in die Arena, die Vorstellungen am heutigen „Comedy-Samstag“ (mit beiden Teilen von „Hangover“) und am „Kuschel-Sonntag“ („Zwei an einem Tag“) sind längst ausverkauft.

Dazu gab es den Grusel-Freitag mit der Neuverfilmung des Horrorklassikers „Nightmare on Elmstreet“. An fünf Spielstätten zeigt der Sender 20 Filme. „Die Arena zieht natürlich besonders viele Neugierige an“, so Christian Bongers. Der Eintritt von 18,50 € gilt für ein Auto mit zwei Personen und liegt damit etwas höher als im „Standardkino“.

Ton kommt über das Autoradio

Vor der 10 mal 20 Meter großen Leinwand vor der Südkurve hieß es am Donnerstag vor allem: Sehen und gesehen werden. Da stand der über 30 Jahre alte Manta mit blinkenden Chrom und glattpoliertem Lack neben der brandneuen Luxuslimousine, der getunte Smart neben dem Sportwagen. Bevor es los ging machte mancher Fahrer den „Soundcheck“. Die für den Straßenverkehr meist überdimensionierten Hifi-Anlagen konnten beim Autokino so richtig ausgetestet werden. Der Ton zum Film wurde nämlich über einen Radiosender ins Wageninnere übertragen. „Dem alten Manta, der gar kein Radio hat, haben wir ein mobiles Gerät zu Verfügung gestellt“, so Einslive-Mann Bongers.

Ein Blickfang im weiten Arena-Rund war der Porsche von Michael Schlüter. „Ins Autokino wollten wir schon immer“, so der Hertener. Und da er sich den Film mit seiner Freundin ohnehin angeguckt hätte, kam die Autokino-Aktion gerade recht. Zum Fußball, Motocross und zu Konzerten war Schlüter schon da. Nun ist ein weiteres Highlight dazugekommen. „Wir waren schon früh hier, um gute Plätze zu bekommen“, sagt „Beifahrerin“ Vera Segbert. In der dritten Reihe genossen die Beiden beste Sicht auf die Abenteuer von Hauptdarsteller Vin Diesel (der Name ist Programm), der sich im fünften Teil von „F&F“ in Rio heiße Verfolgungsjagden liefert.

Schalke-Wolldecke und ein Bierchen

Auf der Rückbank ihres Beetle-Cabrios haben es sich Nicole Piechotka und Jens Goerigk aus Gelsenkirchens Nachbarstadt Marl bequem gemacht. Das Faltdach ist geöffnet, der Blick ist so noch besser. Die obligatorische Schalke-Wolldecke spendet Wärme. Für den Herrn gibt’s ein kühles Blondes, für die Fahrerin ein Bierchen ohne Alkohol. „Ich bin zum ersten mal in einem Autokino, das Stadion kenne ich sonst nur vom Fußball“, so Nicole Piechotka voller Vorfreude.

Kurz vor Filmstart stimmen die Gäste dann zum großen Hupkonzert ein, die Frontscheiben werden auf letzte Verunreinigungen überprüft. Nur zwei Spots dann geht das ganz große Kino los.