Eine Schule als Campingplatz

Über 100 Jugendliche waren beim Ruhrcamp. Im Bild eine Tanzszene aus dem Hip-Hop-Kursus unter Anleitung von Milo (vorne).
Über 100 Jugendliche waren beim Ruhrcamp. Im Bild eine Tanzszene aus dem Hip-Hop-Kursus unter Anleitung von Milo (vorne).
Foto: WAZ

Gelsenkirchen.. Die Evangelische Gesamtschule in Bismarck wurde am Wochenende zum Treffpunkt für rund 120 Kinder und Jugendliche des Christlichen Vereins junger Menschen (CVJM) aus dem Ruhrgebiet. Zum sechsten Mal veranstalteten die CVJM-Gruppen das Ruhrcamp.

Zumindest Freitag und Samstag stimmte auch das Wetter: „Wir hatten einmal ein Camp, da war das Wetter so schlimm, dass wir in der Turnhalle übernachten mussten“, erzählt Franz Fiege vom CVJM Gelsenkirchen, während er seinen „Praktikanten“, den CDU-Landtagsabgeordneten Oliver Wittke, durch die Räume der Schule führt. „Ich habe heute den halben Tag mitgearbeitet und einen Workshop besucht“, sagt Wittke. „In dem Konditor-Workshop haben wir Gebäck verziert.“

Er koche zwar gerne, aber mit der Konditorware habe er noch nicht so viel zu tun gehabt. Während die beiden zur Turnhalle gehen, in dem ein Streetdance-Workshop angeboten wird, unterhalten sie sich über die Lokalität des Camps: „Wir sind froh darüber, dass die Gesamtschule so kooperativ ist. Sogar das Catering ist von der Schule organisiert worden.“ Auf dem Weg treffen sie den 13-jährigen Kevin aus Mettmann. Ihm gefalle es sehr gut, berichtet er freudig. „Besonders das Geo-Caching hat viel Spaß gemacht.“

Mit Alltagsgegenständen musizieren

Als Fiege und Wittke die Turnhalle betreten, staunen sie. Mit Begeisterung tanzen die Jugendlichen und auch die Choreografie sitzt. Warum der Landtagsabgeordnete nicht auch mal bei diesem Workshop teilnimmt? „Ich glaube, in der Küche bin ich besser aufgehoben“, sagt er und lacht.

In einem Klassenraum befinden sich Mülltonnen, Besen und Trommeln – im Stomp-Kursus wird gezeigt, wie man Alltagsgegenstände in Musikinstrumente umfunktioniert. Eine der Teilnehmerinnen ist Yeliz aus Wuppertal. „Vor dem Stomp-Workshop war ich noch im Fimo-Kursus, Fimo ist so etwas wie Knete.“ Sie ist zum ersten Mal beim Ruhrcamp. „Es macht Spaß, nur das Zelten war etwas ungewohnt“, sagt die Zwölfjährige.

Chance möglichst viele Kurse zu besuchen

Trotz ihres eingegipsten Arms seien die Workshops kein Problem, auch das Trommeln klappe sehr gut. Matthias Schnabel nickt zufrieden, der Bundessekretär beim CVJM-Westbund erklärt das System: „Es gibt Workshops, die dauern fast den ganzen Nachmittag, aber auch welche, die nur eine halbe Stunde lang gehen, damit die Teilnehmer die Chance haben, möglichst viele Kurse zu besuchen.“

Am Samstagabend ist der Tag für Oliver Wittke noch nicht beendet: Er muss noch grillen, aber: „Darin bin ich erprobt, erst gestern musste ich zu Hause noch ran.“

 
 

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