Eine Fliege spricht die Besucher an

Das interaktive Objekt des Künstlers Kees Aafjes "Spanische Fliege" von 1993, von Besuchern Käfer genannt, ist wieder im Kunstmuseum an der Horster Straße ausgestellt.
Das interaktive Objekt des Künstlers Kees Aafjes "Spanische Fliege" von 1993, von Besuchern Käfer genannt, ist wieder im Kunstmuseum an der Horster Straße ausgestellt.
Foto: Michael Korte
Das kinetische Objekt „Spanische Fliege“ wurde restauriert und darf wieder angefasst werden

Gelsenkirchen.. Aus dem Untergeschoss des Kunstmuseums erklingt eine bettelnde männliche Stimme: „Bitte streicheln Sie mich!“, immer wieder, gefolgt von einem ekstatisch lustvollen „Ooohhhh“ und „Aaahhhhh“. Wer sich auskennt in der kinetischen Abteilung des Museums, der weiß genau, dass da kein Mensch flennt, sondern eine fette Fliege: Es ist die „Spanische Fliege“, ein witzig interaktives Kunstobjekt des Niederländers Kees Afjes.

Caramba, wie toll!

Der Käfer ist wieder da! So jubeln inzwischen die vielen Fans der 1993 entstandenen Skulptur. „Immer wieder fragten Besucher, warum die Skulptur nicht mehr ausgestellt sei“, sagt Museumschefin Leane Schäfer. Der Grund, ein einfacher: Das sprechende Krabbeltier lagerte in einer Restaurationswerkstatt ein, um eine umfangreiche Rundumerneuerung seines Innenlebens zu erhalten.

Jetzt steht der dicke Brummer wieder auf einem Sockel und fordert jeden, der sich ihm nähert, auf, ihn liebevoll zu streicheln. Folgt der Betrachter dem Wunsch des Viechs, dann stöhnt es und juchzt: „Caramba, toll!“

Kopf und Rücken des Objekts sind ausgestattet mit leitfähigen Kupferdrähten, die Berührungen registrieren und an einen Comoputer weiterleiten. Nach dem Lifting in der Werkstatt funktioniert die Fliege jetzt wieder perfekt, fleht um Streicheneinheiten und hört damit nicht auf, bis sich der Besucher erbarmt und dem Tier sanft über den kalten Rücken streicht.

Tabu für eiskalte Händchen

Allerdings: Eiskalte Händchen mag das freundliche Biest mit seinem dicken Körper aus Kupfer, Polyester und einem Herzen aus ausgefeilter Technik so gar nicht. Bei kalten Händen bleibt der Käfer einfach stumm.

Aber nicht nur die Fliege wurde rundum erneuert, auch zwei weitere kinetische Arbeiten. Die Kettenräder von Roger Vilders Objekt von 1972 drehen sich nun wieder und zeigen ein Bild im stetigen Wandel.

Und auch Günther Dohrs „Cylindogramm S 71/10“ ist nun wieder in altem Glanz zu besichtigen. Hier wurden Motor und Lichtobjekte so restauriert. das die Arbeit wieder ausgestellt werden konnte.

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