Ein Tausendsassa für den Circus Probst in Gelsenkirchen

Jörn Stender
Ob im Radlader oder hinter den Kulissen: Im Gelsenkirchener Weihnachtscircus hilft Wolfgang König immer mal wieder gerne ehrenamtlich aus.
Ob im Radlader oder hinter den Kulissen: Im Gelsenkirchener Weihnachtscircus hilft Wolfgang König immer mal wieder gerne ehrenamtlich aus.
Foto: Michael Korte
Früher war Wolfgang König das Bindeglied zwischen Revierpark und Circus Probst und dabei oft schon der Mann für alle (Not)-Fälle. Jetzt hilft er ehrenamtlich aus.

Gelsenkirchen. Gelernter Landschaftsgärtner ist Wolfgang König. Der Revierpark Nienhausen war für 41 Jahre „sein“ Revier. Hier kennt er jedes Beet, jeden Baum, jeden Mitarbeiter. Seit gut einem Jahr ist der 64-Jährige nach 45 Berufsjahren im Ruhestand. Eigentlich. Doch von der Arbeit kann er noch nicht so ganz lassen. Und von einer alljährlich erneuerten alten Liebe auch nicht.

Beruflich hat König früher dem Gelsenkirchener Weihnachtscircus auf die Sprünge geholfen, wenn es irgendwo klemmte: Wenn die Infrastruktur für den Circus Probst aufgebaut wurde, wenn der Wasseranschluss gelegt werden musste, wenn es am Strom fehlte, wenn die tausend Dinge zwischen Revierpark und Circus geregelt werden mussten, die Voraussetzung für ein stressfreies Gastspiel und ungestörten Besuch sind. „Die Revierpark-Geschäftsführung hat da immer perfekt mitgespielt. Der Weihnachtscircus war und ist ja auch eine runde Sache für die Stadt Gelsenkirchen und den Revierpark“, glaubt König. Den hätten viele auswärtige Besucher ja oft erst durch die Circusvorstellungen kennen gelernt und so mitgekriegt, „dass es hier auch Wellness und einen Badebetrieb gibt“.

Bei der Premiere dabei

Zirkusfreund war Wolfgang König „früher eigentlich nicht, aber ich bin ein Fan des Circus Probst“, sagt König. Über die letzten 14 Jahre, in denen der Weihnachtscircus an der Feldmarkstraße Quartier macht, ist aus der Arbeitsbeziehung eine Freundschaft geworden, die mit der Rente nicht endete. König hilft jetzt ehrenamtlich aus. „Eigentlich bin ich täglich hier, es gibt ja immer irgendwas“, sagt er. Außer am zweiten Weihnachtstag. Da ging diesmal die Familie vor. Mit seiner Frau und den drei Kindern hat er sich in der Vergangenheit immer mal wieder die Vorstellungen angeschaut. Am Premierenabend war er auch unter den 1200 Besuchern im Chapiteau. Doch die Zuschauerrolle an der Manege befriedigt König stets nur kurzzeitig. Lieber will er was tun.

So bedient er am Getränkestand, hilft am Einlass, oder hinter den Kulissen aus, rangiert wen nötig noch mal mit dem Radlader Tierfutter heran, sorgt eben mit dafür, dass alles rund läuft. „Wolfgang ist für mich ein Tausendsassa in allen Gassen“, sagt Circus-Chefin Brigitte Probst. „Und er hat sicher mit die besten Kontakte zu den hiesigen Handwerkern.“ Was in der Not Gold wert ist. Wasserrohrbruch am Weihnachtstag, Heizungsausfall zur Festvorstellung? Kein Schneeräumschild für den Trecker am Platz bei 15 Zentimetern Neuschnee? „Hatten wir alles schon“, sagt Brigitte Probst. „Wenn was ist, muss jemand schnell helfen können. Das ist wichtig. dann heißt es hier: ruf den Wolfgang an.“ Der schaffte es dann, zu Weihnachten lokale Monteure zu ordern, die umgehend die Heizanlage für das Circus-Zelt oder die Wasserversorgung in Gang brachten.

Nach dem Gastspiel beschränkt sich der Kontakt auf Telefonate. Ein Anruf von Circus-Chefin Brigitte Probst kommt jeweils im August. Er ist sozusagen das Startsignal für die nächste Show. „Dann spann ich das eingelagerte Banner für den Weihnachtscircus an der Ecke Nienhausenstraße auf.“ Nicht nur König weiß dann: Es geht bald wieder los.

Tickets und Termine

Der Gelsenkirchener Weihnachtscircus gastiert noch bis zum 6. Januar im Revierpark Nienhausen. Aufführungen sind täglich um 15 und 19.30 Uhr, am 6. Januar nur um 15 Uhr. Vorverkauf in den WAZ-Leserläden, an der Circuskasse, Reservierungen unter Telefon 0209 177 99 90.