Ein Stankowski in Gelsenkirchen

Anne Bolsmann
„Linien Treu“ hat der Künstler Jochen Stankowski seine Werkschau im Atelier JRS an der Ruhrstraße übertitelt.
„Linien Treu“ hat der Künstler Jochen Stankowski seine Werkschau im Atelier JRS an der Ruhrstraße übertitelt.
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen. Er ist Künstler und Grafiker, stellt in Gelsenkirchen aus und heißt mit Nachnahmen Stankowski. Da klingelt doch was? „Ja, ich bin der Neffe von Anton Stankowski“, sagt der in Dresden lebende Jochen Stankowski, der ab Samstag, 16. Juni, gleich mehrere Werkserien im Atelier Jüttner-Reismann-Sternkopf zeigt. „Mein Onkel hat mich frühzeitig unter seine Fittiche genommen“, sagt der Künstler. „Ich habe mein Handwerk als Schriftsetzer bei ihm gelernt und auch jahrelang mit ihm zusammengearbeitet.“

Vor rund 12 Jahren verließ Jochen Stankowski allerdings aus privaten Gründen die Region und siedelte nach Dresden um. Dort stieß er mit seinen Arbeiten auf fruchtbaren Boden. Die Ergebnisse sind nun in Gelsenkirchen live zu erleben.

„Linien Treu“ hat er seine Werkschau genannt – und der Titel ist eindeutig Programm. So besteht eine Serie, die sich mit dem Thema Dialektik auseinandersetzt, aus 35 Bildern, die alle eine identische Linie eint, die diagonal von oben nach unten verläuft. „Ich habe in Vorarbeit für diese Serie viel Platon und Engels gelesen. Die Idee, dass es 35 logische Gegensätze gibt, hat mich fasziniert. Und ich habe mich gewundert, dass es zu diesem Thema keine Bilder gibt. Deshalb habe ich sie nun einfach selber gemalt“, sagt der Künstler schmunzelnd.

Architektur wird eingefangen

Quadratisch hat er die 35 Werke angeordnet, jedes spricht mit einer eigenen Form und Farbgebung zum Betrachter. Eine weitere Serie hat Stankowski unter dem Titel „Licht durch Schatten“ zusammengefasst. Hier sind architektonische Elemente deutlich erkennbar. „Hierbei hat mich eine Reise durch Tunesien inspiriert“, sagt der Künstler, dessen Bruder Martin am 16. Juni um 17 Uhr die Einführung zur Ausstellung an der Ruhrstraße 11a gestalten wird. Bis zum 22. Juli sind die Bilder donnerstags von 16 bis 20 Uhr zu sehen, passende Exponate von Heinrich Jüttner, Wolfgang Sternkopf und Heribert Reismann ergänzen den Gesamteindruck.