Ein schwieriges „Willkommen“

Die Stadt steht vor einer weiteren gesellschaftspolitischen Herausforderung. Und einer finanziellen obendrein. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit für Rumänen und Bulgaren ab Januar 2014 bedeutet eine unkalkulierbare Armutswanderung. Weitere Familien, die vor den perspektivlosen Lebensbedingungen in ihrer Heimat fliehen, werden mit großen Hoffnungen auf ein besseres Leben auch in Gelsenkirchen ankommen. Wahrscheinlich ohne genügend Geld, ohne Dach über dem Kopf, ohne Arbeit, ohne Krankenversicherung und in den meisten Fällen ohne deutsche Sprachkenntnisse. Darüber sind sich Verwaltung und Politik einig. Konsens besteht aber auch darin: Die Menschen sind willkommen. Allerdings dürfte es ein Kraftakt werden, notwendige Unterstützungen ad hoc zur Verfügung zu stellen. Planbar ist die Hilfe nicht – weil heute niemand weiß, wie viele Menschen kommen. Eine extrem schwierige Ausgangslage also für eine Stadt mit großem Sozialgefälle, die an der Grenze der finanziellen Belastbarkeit wirtschaftet. Das macht es umso schwieriger, den erwarteten Zuzug aus Südosteuropa zu stemmen. Zumal auch noch unklar ist, ob aufnehmende Städte finanzielle Unterstützung aus Berlin bekommen. Die Absage an den sozialen Arbeitsmarkt für Langzeitarbeitslose hat ja gerade erst gezeigt, wie weit sich Regierungspolitik von den tatsächlichen Lebensbedingungen im Ruhrgebiet entfernt hat. Wenn die Ablehnung finanzieller Hilfen vom Bund auch für den Zuzug gelten sollte, droht der Stadt der sozialwirtschaftliche Kollaps. Das darf nicht passieren.


Das Thema ist leider auch ein gefundenes Fressen für unqualifizierte Hetze von Rechts. GE muss wachsam sein.