Ein Mainzelmann reist um die Welt

Ellen Norten (58) aus Gelsenkirchen mit Mainzelmännchen und dem gemeinsamen Reisebuch „ Wie ich die Welt sehe“."
Ellen Norten (58) aus Gelsenkirchen mit Mainzelmännchen und dem gemeinsamen Reisebuch „ Wie ich die Welt sehe“."
Foto: Martin Möller
Autorin Ellen Norten hat die kleine Figur dabei begleitet und einen Reiseführer geschrieben.

Gelsenkirchen.. Wer kennt sie nicht, wer liebt sie nicht, die sechs quäkenden Mainzelmännchen, mit denen das ZDF seit 1963 seine Werbebeiträge kurzweilig und charmant an die Zuschauer bringt. In die quirlig-bunten Trickfilmmännchen verguckte sich die Gelsenkirchenerin Ellen Norten schon in Kindertagen. Conni, den kleinen Plastik-Mainzelmann, hat die 58-Jährige besonders ins Herz geschlossen. So sehr, dass sie ihn jahrelang mit auf Reisen nahm und ihn jetzt in seinem eigenen Reisetagebuch zu Wort kommen lässt.

Während die Männchen im TV bis heute kaum reden dürfen, sprudelt es aus Conni, dem Literaten, nur so heraus. Titel des ungewöhnlichen Bandes, der in diesen Tagen auf den Markt gekommen ist: „Conni Mainzelmann. Wie ich die Welt sehe“. Dr. Ellen Norten weiß, wovon sie die Figur mit der grauen Hose, der roten Zipelmütze und dem breiten Grinsen erzählen lässt, lebte sie selbst doch jahrelang von der Kraft der Worte und der Freude am Reisen. 1957 in Gelsenkirchen geboren, arbeitete die promovierte Biologin, Wissenschaftsjournalistin und Reiseschriftstellerin Ellen Norten unter anderem beim Deutschlandfunk, in der WDR-Hobbythek mit Jean Pütz, war Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk, schrieb einige Sachbücher und Ratgeber.

Der Figur eine Stimme verliehen

Inspiriert von dem Kino-Klassiker „Die fabelhafte Welt der Amélie“, in dem ein spießiger Gartenzwerg mit auf Reisen geht, begann Ellen Norten, gemeinsam mit ihrem Mann Zaubi M. Saubert, mit Anhang zu reisen. Conni, der kleine Gummi-Mann, kam mit nach Rom und Florenz, nach Athen und Andalusien, Marokko, Namibia, Vietnam oder Kambodscha.

Die Autorin gab dem Mainzelmann ihre Stimme. Sie schrieb das muntere Reisebuch aus der Perspektive von Conni: „Dadurch konnte ich überbordend fantasievoll und humorig erzählen, komplizierte Dinge einfach darstellen und auch mal ganz naive Fragen stellen.“

Die Autorin positionierte den Plastik-Mainzelmann an jeder Reisestation vor touristischen Highlights oder gestattete ihm ungewöhnliche Begegnungen. Mit einem Erdmännchen in Namibia zum Beispiel, einem Schuhputzer in Istanbul oder einem Chamäleon in Marokko. Conni nimmt an einer Sherryverkostung in Portugal teil, beobachtet den Ausbruch des Ätnas auf Sizilien und trifft in Italien mit dem Holzkopf Pinocchio.

So entstand ein unterhaltsames Buch jenseits eines klassischen Reiseführers: „Es soll einfach Lust aufs Entdecken machen!“ Aus der Perspektive eines munteren Winzlings. Station macht der Mainzelmann übrigens auch in Gelsenkirchen und wundert sich hier über eine Sprache, die manchmal Kapriolen schlägt. Wenn sich zum Beispiel jemand an der Bude „Pommes mit ohne alles bestellt“ ...

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