Ein Mahner und Warner

Jiri Hilmar, Künstler im Halfmannshof Gelsenkirchen WAZ-Bild: Martin Möller am 08.02.2006
Jiri Hilmar, Künstler im Halfmannshof Gelsenkirchen WAZ-Bild: Martin Möller am 08.02.2006
Foto: WAZ
Die Beziehungen zwischen Mensch und Natur, zwischen Körper und Geist gehören zu den großen Themen des Gelsenkirchener Künstlers Jiri Hilmar. Seit 1973 lebt der tschechische Bildhauer in der Künstlersiedlung Halfmannshof.

Gelsenkirchen.. Die Beziehungen zwischen Mensch und Natur, zwischen Körper und Geist gehören zu den großen Themen des Gelsenkirchener Künstlers Jiri Hilmar. Seit 1973 lebt der tschechische Bildhauer in der Künstlersiedlung Halfmannshof.

Am Montag, 28. Mai, vollendet der weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte und anerkannte Klassiker und Philosoph sein 75. Lebensjahr.

Die erste umfassende Monographie erscheint

Im Klartextverlag erscheint in diesen Tagen aus Anlass des Altersjubiläums die erste umfassende Monografie „Jiri Hilmar“. Präsentiert wird das Buch über ein umfangreiches künstlerisches Schaffen Anfang Juni im Kunstmuseum Bochum. Der Band ist der elfte in der von Hans-Jörg Loskill herausgegebenen Reihe „RevierAtelier“, Autor ist Sepp Hiekisch-Picard.

Geboren wurde Jiri Hilmar 1937 in Hradec Kralove bei Prag, wo er auch studierte. 1967 gehörte Hilmar zu den Gründungsmitgliedern des „Club der Konkretisten“ in der damaligen CSSR. 1969 siedelte er nach Deutschland über, weil er sich in seiner Freiheit beschränkt fühlte, und bezog 1973 sein Atelier im Gelsenkirchener Halfmannshof. Zwei Jahre später erhielt er den Preis der Stadt Gelsenkirchen. Es folgten. u.a. der Ruhrgebietspreis und der Preis des Vestischen Künstlerbundes.

Bildhauer im klassischen Sinne

Hilmar ist ein Bildhauer im klassischen Sinne, verlässt diesen Pfad aber immer wieder zugunsten grafischer und malerischer Eingriffe. Er versteht sich als Künstler und Philosoph, der sich mit Natur und Konstruktion, mit Stille und Dynamik, mit Geist und Körper, mit Form und Deformierung auseinandersetzt.

Wenn im realen Leben Mensch und Natur längst nicht immer Hand in Hand gehen, dann versucht der Künstler das doch in seinem Werk umzusetzen. Zu seinen bevorzugten Materialien gehört das Holz. Von Hilmar stammt das Zitat: „Die einzige Freiheit, die der Mensch besitzt, liegt im Kopf.“

Ein Utopist, der die Wunden der Natur beklagt

Inzwischen kehrt Jiri Hilmar immer wieder auch in seine ehemalige Heimat zurück. Zu Jiri Hilmar heißt es beim Klartext-Verlag: „Der Künstler ist ein Utopist, der die Wunden der Natur beklagt und zugleich an die Menschheit appelliert, die Ressourcen nicht weiter zu vernichten.“

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