Ein Gelsenkirchener Stelldichein der schönsten Retriever

Der Holländer Caspar Knippenborg spielt mit seinem 16 Monate alten Golden Retriever Andy, damit dem Vierbeiner am Mechtenberg nicht langweilig wird.
Der Holländer Caspar Knippenborg spielt mit seinem 16 Monate alten Golden Retriever Andy, damit dem Vierbeiner am Mechtenberg nicht langweilig wird.
Foto: Funke Foto Services
Bei der Rassehunde-Ausstellung des Golden Retriever-Clubs auf dem Gelände der Retriever Gemeinschaft Mechtenberg schauten die Richter am Samstag nur auf Äußerlichkeiten der Vierbeiner

Gelsenkirchen. Ruhig und geduldig: Mit seinen Eigenschaften gilt der Golden Retriever als ausgesprochener Familienhund und – mit entsprechender Ausbildung – als idealer Begleithund für Menschen mit Hilfebedarf. 159 Vierbeiner tummelten sich mit ihren Besitzern am Samstag auf dem Gelände am Dickmannsweg in Rotthausen bei der inzwischen elften Spezial-Rassehunde-Ausstellung der Retriever-Gemeinschaft Mechtenberg e.V. Wildes Gebell? Fehlanzeige. „Höchstens eine halbe Stunde“, lachte Rudolf Hahn bei der Nachbetrachtung.

Juroren bewerten Fell, Gangart, Augen- und Nasenfarbe und Proportionen

Hahn, selbst Hunde-Ausbilder, Leistungsrichter und Besitzer zweier Golden Retriever, fungierte als Sonderleiter der Ausstellung, bei der es ausschließlich um die Schönheit der Tiere ging. Grundlage der Bewertungen sind grundsätzlich die Rassestandards, etwa das Fell, die körperlichen Proportionen, das Gangwerk, Augen- und Nasenfarbe.

In verschiedenen Bewertungsklassen wurden die Tiere den beiden Richtern, Züchter aus Großbritannien und Norwegen, vorgeführt. Was die Hunde dafür tun mussten? Eigentlich nicht viel: Stehen und sich begutachten lassen, ein paar Meter laufen, um den Gang vorzuführen – fertig. „159 angemeldete Hunde, das ist eine gute Zahl“, kommentierte Hahn den Zuspruch auf die Ausstellung, die weithin von Interesse war.

Kreative Namen für die Hunde

Aus Belgien, den Niederlanden, aus Luxemburg und Russland waren Aussteller mit ihren treuen Vierbeinern angereist. Insgesamt an die 130 Hundebesitzer waren am Start. Der Zahlenvergleich zeigt: Manch Retriever-Fan hat gleich zwei oder drei wunderschöne Exemplare.

Am Ende gab es Schleifen für den Hund, die Urkunde für seinen Besitzer – aber nur für die als schönste Hunde ihrer Klasse bewerteten kam der Champion-Titel on Top. Nicht zu toppen sind manchmal auch die edlen Zuchtnamen der schlauen Tiere, die sicher nicht ganz alltagstauglich sind. So hieß am Ende der Veranstaltung am Samstag der beste Veteran (Retriever ab 8 J.) „My winters paradise endless emotion“; der beste Rüde hat den eingetragenen Namen „Wild pepper egoist“.

Retriever-Freunde bekommen Platz-Problem

Zu den dauerhaften Aufgaben der Retriever Gemeinschaft Mechtenberg – das sind über 100 Hundebesitzer und -züchter – gehört die Ausbildung der Rassevierbeiner, angefangen von der Welpenschule bis hin zum Begleithund. Der Ruf der „Mechtenberger“ ist weithin bekannt.

Aktuell drückt die erfolgreiche Retriever Gemeinschaft allerdings ganz woanders der Schuh. Rudolf Hahn sagte: „Wir bekommen ein Platzproblem.“ Grund ist der Schwarzbach, der neben dem Gelände entlang plätschert und im Zuge des Emscherumbaus ebenfalls bald in Angriff genommen werden soll. Noch haben die Retriever-Freunde keinen Plan B – sprich kein Ausweichgelände.

 
 

EURE FAVORITEN