"Ein Gebäude auf Höhe der Zeit"

Von Franziska Gerk
Maximilian Seier, Schüler der Klasse 8b, freut sich über das Angebot der neu geschaffenen Spielebar im Nachmittagsbereich der Schule.
Maximilian Seier, Schüler der Klasse 8b, freut sich über das Angebot der neu geschaffenen Spielebar im Nachmittagsbereich der Schule.
Foto: WAZ FotoPool
Nach dreieinhalb Jahren ist die Sanierung des Gelsenkirchens Ricarda-Huch-Gymnasiums beendet. Neue Schulräume und eine Mensa können jetzt genutzt werden.

Gelsenkirchen. „Jetzt können wir mit Recht sagen: Es hat sich gelohnt“, spricht Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski beim Einweihungsfest des neuen Schulräume im Ricarda-Huch-Gymnasium. Dreieinhalb Jahre nach Baubeginn und 5,5 Millionen Euro später können die Schülerinnen und Schüler nun wieder in ihre alten Räumlichkeiten zurück.

Mitteltrakt wurde grundsaniert

Dabei wirkt die alte Schule nicht nur für die Ehemaligen an diesem Tag ganz neu. Der komplette Mitteltrakt wurde grundsaniert. Bis auf die Außenwände stand nichts mehr. Im Untergeschoss wurde ein Essbereich mit Küche und einem Differenzierungsraum eingerichtet. Darin können Schüler sich individuell weiterbilden und Hausaufgaben erledigen. Zum Ausruhen gibt es einen Aufenthaltsraum und eine Spielbar. Neben dem Essbereich wurden noch ein Lagerraum und ein Büro für den Ganztag geschaffen.

Des Weiteren gibt es nun eine neue Heizungsanlage, die Aula und Turnhalle im Südflügel sind saniert und die Fassade sowie das Dach ausgebessert. Für Menschen mit körperlicher Behinderung ist der Weg zur Schule nun auch kein Problem mehr. Ein Aufzug vom Unter- bis zum Dachgeschoss und eine Rampe sollen beispielsweise Rollstuhlfahrern helfen.

Alle Kosten-und Zeitpläne zunichte gemacht

Der Weg zur Sanierung begann 2008. Damals wurde der Umbau mit zweieinhalb Jahren und knappen vier Millionen Euro berechnet. Sechs Klassen mussten zwischenzeitlich in die ehemalige Grundschule an der Irmgardstraße ausweichen. Weitere 16 Klassen wichen in einen Pavillon auf dem Schulhof aus. Ein Aula-Ersatz wurde im Kettler-Haus gefunden, die Bauarbeiten verzögerten sich. „Durch Bergschäden sackt das Gebäude zu einer Seite ab. Dort stand das Grundwasser bis in die Kellerräume“, berichtet Schulleiterin Ursula Klee. Auch das Auladach war undicht. Die schlecht Bausubstanz machte alle Kosten- und Zeitpläne zunichte.

Bei der Feierstunde zur Einweihung war Erleichterung auf allen Seiten zu spüren. „Beim knappen Stadtetat machen sich die Kosten von 5,5 Millionen Euro bemerkbar. Aber wir müssen in Gelsenkirchens gute Schulen investieren. Hier liegt unsere Zukunft“, sagt Oberbürgermeister Baranowski. Die Schüler freuten sich vor allem auf die neuen Räume. Einstimmig war zu hören: „Es ist richtig schön hier!“.

Hochmoderne Ausstattung

Die Ausstattung ist hochmodern, das Inventar zeitlos gestaltet. Holzstühle und Tische sollen die nächsten Jahrzehnte überdauern. Die Räume sind hell und freundlich gestaltet. Unterbrochen werden die neuen, grauen Flure von den alten Glastüren. Das nächste Projekt ist auch schon geplant: Die Renovierung des Schulhofes.

Zurzeit besuchen 796 Schülerinnen und Schüler die Schule. Das Gymnasium ist UNESCO-Projekt-Schule und führt Türkisch als Leistungskursus. Das pädagogische Konzept der Schule wurde vom Land NRW mit Gütesiegeln hervorgehoben. Seit zwei Jahren wird der Ganztagsbetrieb dort angeboten.