Ein Chip für jede blaue und graue Mülltonne in Gelsenkirchen

Inge Ansahl
Restmülltonnen und Altpapiertonnen ssollen mit mit einem Identsystem aussgestattet werden. Gelsendienste-Sprecher Tobias Heyne demonstrriert auf dem Betriebshof an der Wickingstraße, wie die runden Computerchips am Unterrand der Tonnen befestigt werden.
Restmülltonnen und Altpapiertonnen ssollen mit mit einem Identsystem aussgestattet werden. Gelsendienste-Sprecher Tobias Heyne demonstrriert auf dem Betriebshof an der Wickingstraße, wie die runden Computerchips am Unterrand der Tonnen befestigt werden.
Foto: Foto: Martin Möller / Funke Fot
Der Betriebsausschuss Gelsendienste soll am Mittwoch über die geplante Aufrüstung mit dem Identsystem entscheiden.

Gelsendienste. Die aktuell 8500 Biotonnen sind bereits „gechipt“, nun will Gelsendienste das digitale Erkennungssystem auf die 60.000 Restmülltonen und die 30.000 Blauen (Altpapier)Tonnen in Gelsenkirchen ausweiten. Die Zustimmung des Betriebsausschusses Gelsendienste am morgigen Mittwoch und die (nicht öffentliche) Vergabe vorausgesetzt, kann es nach den Osterferien losgehen.

Das System ist einfach wie wirkungsvoll: Die Müllbehälter erhalten einen Chip und einen Aufkleber mit Anschrift und Strichcode. Der Anbieter des Systems scannt die Tonnennummern ein – fertig. Gelsendienste-Betriebsleiter Ulrich Husemann und Unternehmenssprecher Tobias Heyne betonen, dass sich hinter der Tonnennummer keine persönlichen Daten verbergen.

Gebührengerechtigkeit und effizientere Verwaltung

Ein wesentliches Ziel ist mit der Aufrüstung des so genannten Identsystems verbunden: Gebührengerechtigkeit. „Wir gehen davon aus, dass wir zwei bis drei Prozent Gefäße identifizieren, die nicht korrekt sind, das heißt, für die entweder keine oder die falsche Gebühr gezahlt wird“, sagt Tobias Heyne. Ferner ermögliche das System eine effizientere Verwaltung der über 100.000 in Gelsenkirchen bereit gestellten Abfallbehälter.

Anfang März sollen alle Bürger per Anschreiben über das Chip-System informiert werden. Für Nachfragen – und dass es die geben wird, setzt man bei Gelsendienste voraus – wird eine eigene Hotline geschaltet. Eine Frage kann jetzt schon beantwortet werden: Die Müllfahrzeuge werden mit einem Lesegerät ausgestattet, dass die Tonnen beim Abkippen identifizieren kann. Los gehen soll es in der 15. Kalenderwoche in Scholven; Schlusslicht ist Ückendorf, wo die Müllgefäße in der 26. Kalenderwoche gechipt werden.

Was das Ganze kostet und wer der Anbieter ist, darüber schweigt man sich an der Wickingstraße mit Blick auf die Ausschusssitzung am Mittwoch noch aus. Nur soviel verrät Heyne: „Es ist ein kompetenter Dienstleister, der Gelsendienste auch schon bei der Biotonne zur Seite stand.“

Mit Blick auf das am Mittwoch erneut zu behandelnde Abfallwirtschaftskonzept der Stadt meint Gelsendienste Betriebsleiter Husemann: „Wir haben uns an das gehalten, was gesetzlich gefordert ist. Wir müssen die Entsorgungssicherheit für zehn Jahre dokumentieren.“ Damit sei nicht gemeint, welche strategischen Konzepte Gelsendienste bei der Müllentsorgung verfolge. Ergo kommt die gleiche Vorlage auf den Tisch, die im November ohne Beschluss blieb.

Die Stadt soll sauberer werden

StraßenGEreinigt 2020 heißt das Konzept, mit dem Gelsendienste in drei Schritten – mehr Technik, neue Maschinen, Qualitätsmana- gement und flexible Einsatzteams – den vielfach geäußerten Wunsch nach mehr Sauberkeit in der Stadt sukzessive erfüllen. Etwa durch die Anschaffung von acht Kleinstkehrmaschinen, die durch ihre schmale Bauweise auch schwierige Ecken reinigen können, oder insgesamt vier elektrobetriebene Handsauggeräte, die die Bordsteinkantenreinigung trotz parkender Autos ermöglichen.

Modul 1 des Konzepts sieht die Aufrüstung der Reinigungsgeräte vor. Was nicht ohne eine kalkulierte, 3,5-prozentige Gebührenerhöhung vonstatten gehen wird. Tobias Heyne rechnet am Beispiel eines Musterhaushaltes mit 15 Frontmetern der Reinigungsklasse 11 vor: „Bisher kostet die Reinigung 110 Euro im Jahr. Etwa 3,80 Euro jährlich kämen hinzu.“ Aber auch beim Straßenreinigungskonzept gilt: Erst einmal muss der Betriebsausschuss Gelsendienste zustimmen.