Effizienz im Schlauchbau erhöhen

Mit den Fachkräften von Norres konnten die Schüler die Optmierung planen.
Mit den Fachkräften von Norres konnten die Schüler die Optmierung planen.
Ein Abendabschluss kann durchaus auch praktische Elemente haben. Die Schüler des Gelsenkirchener Berufskollegs für Technik und Gestaltung haben sich auf Schläuche spezialisiert. Vielmehr auf die Produktion, die heutzutage noch viel zu fehlerreich und uneffizient ist.

Gelsenkirchen. Schläuche werden in vielen Bereichen genutzt: ob zum Transport von Flüssigkeiten oder zur Belüftung von Gebäuden. Das Unternehmen Norres hat sich auf die Schlauchtechnik spezialisiert und vier Schülern des Berufskollegs für Technik und Gestaltung einen Einblick in den Betrieb gegeben. Darüber hinaus haben die Schüler der Fachschule Maschinentechnik ihre Abschlussarbeit auf die Schlauchtechnik ausgelegt und einen Entwurf zur Prozessoptimierung entwickelt.

Schläuche mit Draht stabilisiert

Um zu verstehen, wie die Projektarbeit der Schüler funktioniert, muss man zuerst das Prinzip der Schlauchherstellung kennen. „Bedingt durch die Anforderungen ihres Einsatzes werden Schläuche innen häufig durch Federdraht stabilisiert. So verhindert man, dass der Schlauch sich verdreht, bei einem Vakuum im Inneren zusammenfällt oder bei Druck Verformungen wie Beulen zeigt“, erklärt Produktionsleiter Michael Tülling die Herstellung. Daher biete Norres das Produkt „Spiraldrahtverstärkter PVC-Schlauch“ an. Und genau hier setzt die Projektarbeit der Abendschüler an.

In der Maschinenbaugruppe Federwickler wird der Spiraldraht aus kaltverzinktem Stahldraht zu einer Spirale geformt. Die Maschine wird durch einen Motor angetrieben und besteht aus drei Teilen: einer Umlenkung, einer Drahtvorschubeinheit und einer Umformeinheit. Durch die Herstellung entstehen bei der Produktion hohe Rüstzeiten, in denen Stillstand herrscht.

Die Schüler wollten die Maschine daher so konstruieren, dass Drahtbeschädigungen kaum noch vorkommen und die Produktion mit deutlich weniger Unterbrechungen weiterlaufen kann.

Theoretisch stellten die Abendschüler heraus, dass es möglich ist, die Anlage stromsparender auszurichten und dabei zusätzlich Material einzusparen. „Wir werden vier Maschinenteile aus- und neue Teile einbauen, die effizienter arbeiten“, so Matthias Lange von Norres, der das Projekt betreut.

Mittlerweile greifbar

Was vor einigen Wochen nur reine Theorie war, wird mittlerweile greifbar, denn diese Teile werden zurzeit gebaut. „Wenn alles so klappt, wie erhofft, ist das Projekt ein echter Fortschritt“, schätzt Lange die Situation ein.

Die vier Abendschüler haben bereits eine Ausbildung als Industriemechaniker oder Handwerker absolviert, einer von ihnen ist beim Schlauchhersteller Norres beschäftigt. Vier Jahre lang gingen die Schüler neben dem Job dreimal wöchentlich zur Schule und arbeiteten damit auf ihren Abschluss des staatlich geprüften Technikers hin. Das Abschlussprojekt wurde von Norres und dem Berufskolleg fachkundig bewertet.

 
 

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