Diskussion um Derby-Randale - Einlasskontrollen "ein Riesenproblem"

Kurz vor Spielanpfiff zündeten Hooligans im Dortmunder Fanblock Bengalische Feuer und Raketen.
Kurz vor Spielanpfiff zündeten Hooligans im Dortmunder Fanblock Bengalische Feuer und Raketen.
Foto: WAZ
Die Szenen beim Revierderby zwischen Schalke und Dortmund am Wochenende haben schockiert. Doch was kann man tun um eine Wiederholung solcher Ausschreitungen zu Verhindern? Gerade Eingangskontrollen sind laut Polizeisprecher Johannes Schäfers ein "Riesenproblem".

Gelsenkirchen.. Waren die Eingangskontrollen im Stadion mangelhaft? Warum griff die Polizei im BVB-Block nicht ein? Werden Stadionverbote ausgesprochen? Die Bilder von weinenden Kindern und hilflosen Familien, von in gelbe Rauchschwaden gehüllte Fußballränge, von militanten Schwarzgekleideten, die kurz vor dem Anpfiff in den BVB-Block stürmten und Schalke-Fans, die über Sitzreihen hinweg kletterten, um bei dem Störfeuer „mitzumischen“, beschäftigen seit weiter Polizei, Sicherheitsdienste, die beteiligten Fußballclubs und Fanprojekte.

Solche Szenen sind auch für Polizeipressesprecher Johannes Schäfers „nicht mehr tragbar und haben mit Fußball nichts zu tun“. „Diese Kriminellen müssen raus aus dem Stadion.“

Die Bilanz: Acht Stadionbesucher wurden festgenommen, ein Polizeibeamter verletzt. Es gab massive Sachbeschädigungen: drei Fanbusse, sechs Plexiglasscheiben und mehrere Müllbehälter im Stadion wurden zerlegt. Schäfers, Besitzer einer Dauerkarte, war am Samstag privat im Stadion und sagt: „Wenn man gesehen hat, was da an Pyrotechnik geworfen wurde, grenzt es an ein kleines Wunder, dass nicht mehr passiert ist.“ Für ein Derby sei das fast schon „unterschwellig“.

Die Polizei Gelsenkirchen wertet jetzt das Bildmaterial aus, um die Personen zu identifizieren, die Pyrotechnik zündeten. Es gibt Anzeigen, aber Stadionverbote kann die Polizei nur empfehlen, ausgesprochen werden sie von den Fußballclubs.

Spürhunde und Nacktscanner

Erste Erkenntnisse belegen, dass „die Kontrollen an dem Drehkreuz, durch das die Gästefans gingen, sorgfältig durchgeführt wurden“ , so Schäfers. Das Durchsuchen der Fans sei „ein Riesenproblem“. Spürhunde für Pyrotechnik, Nacktscanner etc. wären hilfreich, sind aus Kostengründen aber nicht angedacht.

Dass die Polizei im BVB-Block nicht eingriff wie seinerzeit beim Spiel FC Schalke 04 gegen PAOK Saloniki sei der Ausgangslage geschuldet. „Damals ging es um das Sicherstellen einer Fahne. Am Samstag fanden kurz vor Anpfiff massive Störaktionen statt. So schnell konnte die Polizei gar nicht einschreiten.“

Das Fanprojekt Gelsenkirchen war am Montag zu einer Stellungnahme nicht bereit.

 

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