Diskussion über ein Buch

Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Buchhandlung Junius bei der Diskussion über das Buch von Fethullah Gülen.
Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Buchhandlung Junius bei der Diskussion über das Buch von Fethullah Gülen.
Foto: FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen. Ein paar kritische Stimmen im Vorfeld gab es schon. Am Ende ist Buchhändlerin Sabine Piechaczek dennoch froh, die Veranstaltung durchfegührt zu haben.

Sie drehte sich rund um das Buch des türkisch-islamischen Gelehrten Fethullah Gülen. Piechaczek, Inhaberin der Buchhandlung Junius: „Ich halte den interkulturellen Dialog für wichtig und der ist an diesem Abend auch gelungen.“

„Was ich denke, was ich glaube“ heißt der beim Herder Verlag erschienene Band des Autors, der inzwischen in den USA lebt, als Erdogan-Kritiker gilt, und der in dem Buch seine Thesen und Themen zum Thema Islam bündelt. Kritiker, so heißt es im Klappentext, äußern sich regelmäßig skeptisch zu den von Gülen vertretenen Werten und treten seinem Engagement mit Vorbehalten entgegen.

Drangvolle Enge im Buchladen

Auf Interesse stieß das Gelsenkirchener Angebot auf jeden Fall. Sabine Piechaczek: „Mit über 80 Zuhörern herrschte drangvolle Enge.“ Der Autor selbst war nicht mit von der Partie. Dafür referierten und diskutierten Celal Findik, Vorsitzender von Ruhrdialog als Vertreter des islamischen Glaubens und Mathias Streicher von der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung, zudem Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Findik formulierte Thesen des Autors aus dem Buch und warf die zusätzlich mit dem Beamer an die Wand, damit sich jeder an der Diskussion beteiligen konnte. Piechaczek: „Es ging dabei um Themen wie Frieden, die Rolle der Frau oder Fragen nach dem Umgang mit Andersgläubigen.“ Anschließende Fragen aus der Zuhörerschaft bündelte ein Moderator: „Es kam zu einer konstruktiven Diskussion.“ Darunter auch eine kritische Stimme, die sich skeptisch über Gülen und seine Thesen äußerte.

Eine der nächsten Veranstaltungen im Buchladen wird sich der neuen israelischen Literatur widmen.