Dieter Nuhr ist nicht Nu(h)r fies

Sebastian Konopka

Gelsenkirchen. Er ist so etwas wie der Reinhold Beckmann unter den Kabarettisten: Dieter Nuhr geht nicht nur als Schwiegermutters Liebling durch, man kann ihm auch nie wirklich böse sein. Dabei hat der Düsseldorfer Comedian spätestens mit seinem Einzug ins öffentlich-rechtliche Fernsehen auch die Politik für sich entdeckt und spart nicht mit Seitenhieben.

So erfuhren die Zuschauer in der Emscher-Lippe-Halle am Wochenende, dass sich Nuhr schwer tut, „den Philipp“ (gemeint ist Vizekanzler Rösler) zu siezen oder dass er sich bei Siegmar Gabriel auch eine Karriere als Schiffschaukelbremser vorstellen kann. Der gelernte Lehrer ist mit seinem neuen Programm „Nuhr unter uns“ fieser geworden, was ihm aber ausgesprochen gut zu Gesicht steht.

Dabei bekommt nicht nur das Regierungsmitglied sein Fett weg, Nuhr wettert gern gegen jeden. „Es gibt zu viele Menschen auf der Welt. Ein paar müssen einfach weg. Wer, darüber gibt es von Kontinent zu Kontinent unterschiedliche Meinungen. Obwohl... im Moment könnte man sich vermutlich auf die Griechen einigen.“

Nach gut zwei Stunden sind alle Fragen geklärt. Bis auf eine: „Wann gibt’s das Programm auf CD?“, will ein Zuschauer wissen. „Wenn ich’s kann!“