Die Übergabe verzögert sich

Ein  Arbeiter grundiert den Boden des zukünftigen Ratssaals in der 3. und 4. Etage.
Ein Arbeiter grundiert den Boden des zukünftigen Ratssaals in der 3. und 4. Etage.
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen.. Die Gerüchte haben sich bestätigt: Am letzten Montag hat die Stadt Gelsenkirchen als Bauherr die Notbremse gezogen und den Vertrag mit der für den Innenausbau des neuen Hans-Sachs-Hauses (HSH) beauftragten Firma gekündigt, weil die ihre Leistung nicht erfüllte. Zudem hat der Lüftungsbauer Insolvenz angemeldet, werde aber, so die Aussage des Verwalters, die Arbeiten ausführen.

Gewerke brechen weg

Die Folgen liegen auf der Hand: Die für den 26. September 2012 geplante Übergabe des HSH wird nicht stattfinden. Durch die Bauverzögerungen und die notwendige Neuvergabe von Gewerken sei der Termin nicht mehr zu halten, teilte das bauleitende Architektenbüro gmp am Donnerstag im Verkehrs- und Bauausschuss mit. Zudem müsse jetzt mit einer Überziehung des Budgets (55 Mio. Euro) von insgesamt 5,675 Mio. Euro auf 60,675 Mio. Euro ausgegangen werden.

Neue Termine? Im besten Fall wird es der 14. Januar 2013 werden, im schlechtesten Ende März 2013. Da aber ist wenigstens von einer Komplettnutzung des neues Hans-Sachs-Hauses die Rede. Für die Verwaltungsstellen, die derzeit in angemieteten Häusern untergebracht seien, liefen auch genau bis dahin die Verträge, teilte Stadtdirektor Michael von der Mühlen der angesichts der Nachrichten wenig amüsierten Politik mit.

Emotionen kochen hoch

Der stößt über alle Fraktionen hinweg nicht nur die Bauverzögerung sauer auf. Auch die Mehrkosten belasten den Magen bei diesem sensiblen Thema schwer. Das (wurde schnell deutlich) ist mit Blick auf die jüngere HSH-Sanierungsgeschichte der letzten zehn bis zwölf Jahre bestens dazu geeignet, die Emotionen von SPD und CDU in Sekunden aufkochen zu lassen. Kurz-um: Bei gut zehn Prozent über Budgetansatz liegt die Kalkulation aktuell; eventuelle Nachforderungen von Unternehmen aus Bauverzögerungen noch nicht eingerechnet.

„Das ist nicht gut und jeder Prozentpunkt tut weh, aber es ist keine Katastrophe“, sagte von der Mühlen. Der Stadtdirektor betonte, dass die Verwaltung immer bemüht gewesen sei und es bleiben werde, eine größtmöglichste Transparenz herzustellen, wenn es um die Terminplanungen und Kosten des HSH ginge.

Fehlerquellen suchen

Auffällig bleibt trotz der Größe des Projektes, mit welcher Frequenz die Gewerke ausgefallen sind. Ein oder zwei, damit müsse man ja vielleicht rechnen, so der Tenor der Politik. Doch jetzt seien es fünf, die entweder eine Insolvenz anmeldeten und wegbrachen oder denen gekündigt wurde.

Problematisch, erläuterte Richard Klug von gmp, sei es vor allem, wenn Schlüsselgewerke wie Fassaden-, Fenster- und Lüftungsbauer wegbrächen. „Das ergibt immer Folgen und womöglich neue europaweite Ausschreibungen, die Monate dauern.“ Die Stadt, so von der Mühlen, führe genauestens Protokoll über alles und wer sich auf Fehlersuche begeben. Die Politik versprach, das Gleiche zu tun.

 
 

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