Die Stadt mit anderen Augen sehen

"Blicke nach oben" heißt das 160-seitige Buch des Gelsenkirchener Hobby-Fotografen Gerhard Verfürth, das das Agenda21-Büro in Gelsenkirchen herausgegeben hat. Über Jahre hat Verfürth architektonisch interessante Fassadenteile mit der Kamera dokumentiert. Hier zeigt Verfürth in seiner Wohnung einige großformatige Abzüge der Fotos, die sich im Buch wiederfinden.
"Blicke nach oben" heißt das 160-seitige Buch des Gelsenkirchener Hobby-Fotografen Gerhard Verfürth, das das Agenda21-Büro in Gelsenkirchen herausgegeben hat. Über Jahre hat Verfürth architektonisch interessante Fassadenteile mit der Kamera dokumentiert. Hier zeigt Verfürth in seiner Wohnung einige großformatige Abzüge der Fotos, die sich im Buch wiederfinden.
Foto: WAZ FotoPool
Das neue Projekt des Agenda-21-Büros soll auf schöne Fassaden in Gelsenkirchen aufmerksam machen.

Gelsenkirchen.. „Nur wenige Leute schauen nach oben“, bedauert der Architekt Markus Gebhardt. Dabei würde sich ein Blick auf die Bauwerke der Stadt oftmals sehr lohnen – Gelsenkirchen hat, auch wenn man es kaum glauben mag – viele architektonische Schätze. Deshalb sollen die Menschen ab sofort auf schöne Architektur in Gelsenkirchen aufmerksam gemacht werden: Das neue Projekt des Agenda-21-Büros richtet die „Blicke nach oben“ und lädt zur Entdeckungstour ein.

In schönen Bildern festgehalten

Ein erstes Vorhaben konnte bereits umgesetzt werden. Für das Buch „Schätze der Stadt“ hat sich Fotograf Gerhard Verfürth auf den Weg gemacht und die schönsten Bauwerke mit seiner Kamera eingefangen. „Dabei habe ich mich vor allem auf Fassaden der Häuser aus der Gründerzeit und auf einige Jugendstilfassaden konzentriert“, erzählt Verfürth. „Ich war selbst immer wieder von Neuem überrascht und fasziniert.“ Zusammen mit Gebhardt gab er den Anstoß zum Projekt. „Es geht darum, die Menschen dazu zu bringen, Architektur wahrzunehmen. Wir wollen auf die schönen Fassaden hinweisen und vor allem junge Menschen für Architektur begeistern und sensibilisieren“, so Gebhardt. Ganz bewusst sei in dem Buch auf das Abbilden von Industriefassaden verzichtet worden. Neben den Zechen und Arbeitersiedlungen gebe es schließlich noch viel mehr zu bewundern. So zeigen die Fotografien eine große Vielfalt an Strukturen, Farben, Mustern, Ornamenten und Abbildungen, die im Alltag meistens übersehen werden.

Postkarten-Sets mit GE-Motiven

Das Buch ist aber erst der Anfang. Im Rahmen des Gesamtprojektes wurden Flyer für die verschiedenen Stadtbezirke angefertigt, die eine Auswahl der im Buch vorgestellten architektonischen Schätze vorstellen und Anfang 2013 verteilt werden. In den Gelsenkirchener Filialen der Volksbank Ruhr Mitte, die das Projekt finanziell unterstützt, und im Agenda-21-Büro sind außerdem Postkarten-Sets mit verschiedenen Motiven erhältlich.

Schulen sollen zur Stadtrallye eingeladen werden

Schulen sollen im nächsten Jahr angeschrieben und zum Mitmachen bei einer Stadtrallye eingeladen werden. Darüber hinaus sollen gesamtstädtische Touren entwickelt und in einem Wettbewerb die schönsten Fassaden gesucht werden. Abwaschbare Graffiti auf den Bürgersteigen könnten dann auf diese Fassaden aufmerksam machen.

"Architektur der Stadt mit anderen Augen sehen"

„Durch das Projekt sollen die Menschen die Architektur der Stadt mit anderen Augen sehen“, sagt Manfred Beck, Vorstand für Kultur, Bildung, Jugend, Sport und Integration der Stadt Gelsenkirchen. „Vor allem jungen Menschen sollte man diesen Blick eröffnen. So können sie sich über die Grenzen der Schule hinaus mit ihrer Stadt auseinandersetzen.“

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