Die schönste Seite der Integration

Felix zur Nieden
Der Innovationspreisverleihung der SPD ging an Yildiray Cengiz, der die Miss-Turkuaz-Wahl entwickelte. An seiner Seite auf dem Bild ist Berna Kekliker, die Miss Turkuaz 2011 aus Gelsenkirchen.
Der Innovationspreisverleihung der SPD ging an Yildiray Cengiz, der die Miss-Turkuaz-Wahl entwickelte. An seiner Seite auf dem Bild ist Berna Kekliker, die Miss Turkuaz 2011 aus Gelsenkirchen.
Foto: WAZ

Gelsenkirchen.  Im bunten, multikulturellen Gelsenkirchen wurde sie geboren. Die Idee der Miss Turkuaz-Wahl. Die Miss-Wahl für deutsche Frauen mit türkischem Migrationshintergrund, die auch in anderen Städten schon für Aufsehen gesorgt hat. Ihr Erfinder Yildiray Cengiz wurde am Freitagabend für diese ganz besondere Idee mit dem Innovationspreis der Gelsenkirchener Sozialdemokraten ausgezeichnet.

32 Vorschläge erreicheten die Jury, bestehend aus Vertretern von Wirtschaft, Kunst, Politik, Wissenschaft und Kultur. „Wir haben uns über Stunden beraten, weil wirklich viele tolle Vorschläge dabei waren“, sagt Nina Schadt, Organisatorin des Innovationspreises. Am Ende fiel die Entscheidung dann aber doch fast einstimmig. Die Miss-Turkuaz-Wahl sollte mit dem diesjährigen Preis ausgezeichnet werden.

„Die Idee dokumentiert eine moderne Art der Integration. Die jungen Frauen, die an der Wahl teilnehmen, zeigen eine Art von ‘Deutsch sein’, die vor allem bei uns im Ruhrgebiet längst selbstverständlich geworden ist. Die Frauen geben auf diese Art und Weise ein Statement ab, für das sie höchsten Respekt verdienen. Es ist aus Sicht der Jury, Integration von ihrer schönsten Seite“, erläuterte Nina Schadt die Entscheidung der Jury.

Yildiray Cengiz, der die Idee der Miss Turkuaz-Wahl entwickelte und mit Leben füllte, zeigte sich sehr stolz angesichts der Entscheidung, seine Idee auszuzeichnen. „Wir wollen mit dieser Wahl die Vorurteile, die es noch immer gibt, mit einer völlig anderen Waffe schlagen – und ich freue mich, dass es gelingt. Die Miss Turkuaz-Wahl findet nicht mehr nur in Gelsenkirchen statt und das zeigt uns, dass wir einen richtigen Weg gehen“, erklärte Cengiz, dem der Preis auch persönlich viel bedeutet.

„Eine solche Aktion auf die Beine zu stellen, braucht viel Kraft. Wir mussten immer wieder Widerstände brechen und auch einiges Risiko eingehen, um die Veranstaltung durchzuführen. Gerade deshalb ist der Moment, in dem diese Idee eine solche Würdigung erfährt, für mich ein sehr, sehr schöner Moment, für den ich mich sehr bedanken möchte“, sagte Yildiray Cengiz.

Schon am 20. Oktober 2012 will er die nächste Runde der Miss Turkuaz-Wahl im Gelsenkirchener Wissenschaftspark an der Munscheid-straße durchführen.