Die Pappscheibe sagt Tschüss

Patrick Schleu
Brigitte Barbing schaut auf einen Bildschirm, der die Treffer auf dem neuen Schießstand der Gelsenkirchener Schützengilde anzeigt.
Brigitte Barbing schaut auf einen Bildschirm, der die Treffer auf dem neuen Schießstand der Gelsenkirchener Schützengilde anzeigt.
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen. Dieser Schießstand sucht seines Gleichen: Nach zweiwöchiger Umbauphase und einer Investition von gut 20.000 Euro hat die Gelsenkirchener Schützengilde gestern in ihrem Vereinsheim in der Gesamtschule Ückendorf eine regelrechte Hightech-Anlage in Betrieb genommen. Die alten Pappscheiben sind schon eingemottet – ab sofort wird digital gemessen. Ein Quantensprung in der Entwicklung und ein neuer Maßstab im Schützenbezirk.

An den acht Schießbahnen in dem 150 Quadratmeter großen Vereinsheim wurden spezielle Messrahmen installiert, die mit hochauflösenden Hochgeschwindigkeitsoptiken ausgestattet sind. Schützen und Technikfans geht da gleichermaßen das Herz auf. „Diese Anlage ist in Gelsenkirchen sicher einmalig, über eine ähnliche Technik verfügt sonst nur der BSV Bülse“, so Bernhard Küch, Pressesprecher der Schützengilde. Die gemessenen Ergebnisse werden von einem Computer ausgewertet und an Monitore weitergeleitet.

Live-Übertragung der Ergebnisse

Die haben die Vereinsmitglieder in Eigenarbeit installiert. Küch: „Wir können direkt an den einzelnen Schießbahnen die Ergebnisse ablesen.“ Die Monitore sind auf speziellen Schienen gelagert, so dass sich jeder Schütze nach Alter und Größe das Display individuell einstellen kann. Und damit es auch im Aufenthaltsraum spannend wird, können die Zwischenstände dort, beispielsweise bei Ligawettkämpfen, auf Bildschirmen angezeigt werden.

Geschossen wird bei der Schützengilde mit 4,5 mm Diabolo-Munition aus Luftgewehren und Luftpistolen. „Bei uns gibt es keine großen Ballermänner, die Waffen die wir einsetzen, kann man eher als Hightech-Version von Kirmesgewehren bezeichnen.“ Größere Waffen dürften höchstens langjährige Vereinsmitglieder einsetzen. Die umgebaute Anlage wurde vor der Eröffnung durch die Kreispolizeibehörde abgenommen.

Küch: „Ohne den Stempel der Polizei geht nichts.“ Die Beamten kontrollieren auch regelmäßig den ordnungsgemäßen Verschluss der Waffen. In Panzerschränken sind Waffen, Zylinder und Munition getrennt von einander gelagert. Ein Einbruch wäre sinnlos. Trotz der Maßnahmen kämpfen die Schützen um Nachwuchs. Küch: „Wegen der bekannten Vorkommnisse läuft die Jugendarbeit etwas schleppend.“ Die neue Internetseite und ein Facebook-Auftritt sollen Abhilfe schaffen.