Die Menschen von nebenan

Das Seniorennetz Gelsenkirchen und die Arbeiterwohlfahrt  Senioren und Seniorinnen luden zum Nachbarschaftstreff in die Awo-Seniorenwohnanlage. Angeregt unterhielten sich die Frauen: v.r. Irmgard Kuhn, Christel Will , Anna Brißke und Melanie Weckmann von der Awo. Foto: Martin Möller FotoPool
Das Seniorennetz Gelsenkirchen und die Arbeiterwohlfahrt Senioren und Seniorinnen luden zum Nachbarschaftstreff in die Awo-Seniorenwohnanlage. Angeregt unterhielten sich die Frauen: v.r. Irmgard Kuhn, Christel Will , Anna Brißke und Melanie Weckmann von der Awo. Foto: Martin Möller FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen. Wir leben Tür an Tür mit ihnen, aber trotzdem ist es für viele Menschen nicht selbstverständlich, dem Nachbarn zu helfen. Damit es in der Nachbarschaft rund läuft, sind seit 2010 im Rahmen der Freiwilligendienste aller Generationen die „Seniorenvertreter und Nachbarschaftsstifter“ im Einsatz.

Hinter dieser Bezeichnung stecken ehrenamtliche Helfer, die über 50 Jahre alt sind und sich in ihrem Wohnumfeld engagieren. Sie sollen den Menschen aus der Nachbarschaft mit Rat und Tat zur Seite stehen und so für eine familienfreundliche und vor allem seniorengerechte Umgebung sorgen. „Wenn der Schuh drückt, helfen wir“, verspricht Manfred Swars (64), Nachbarschaftsstifter für Bulmke-Hüllen West.

Info-Veranstaltung "Auf gute Nachbarschaft"

Nun müssen die Bewohner aber auch von diesen neuen Ansprechpartnern erfahren. Deshalb luden die Nachbarschaftsstifter und Seniorenvertreter in Kooperation mit dem Arbeiterwohlfahrt (Awo) Unterbezirk Gelsenkirchen/Bottrop zur Veranstaltung „Auf gute Nachbarschaft“ in den Saal der AWO Seniorenanlage in Bismarck ein. Manfred Swars informierte die Bewohner und diskutierte mit ihnen über die Bedeutung von Nachbarschaft. Hilfsbereitschaft gilt als eines der wichtigsten Kriterien für eine gute Nachbarschaft.

Besonders für ältere Menschen können „Kleinigkeiten“ wie der Behördengang, das Ausfüllen eines Antrags oder auch der Weg zum Supermarkt zu großen Problemen werden. Und genau dafür sind die Nachbarschaftsstifter da. Zu ihren Aufgaben gehört die Vermittlung von Hilfeleistungen genauso wie die Interessenvertretung. „Wir sind Lotsen und haben immer ein offenes Ohr. Wir geben Beschwerden weiter und setzen uns im Seniorenbeirat, in der Seniorenkonferenz und bei der Verwaltung dafür ein“, versicherte Manfred Swars.

Eine Woche Schulung

Nach einer einwöchigen Schulung werden die Nachbarschaftsstifter von Oberbürgermeister Frank Baranowski mit einer Urkunde ausgezeichnet und in ihre Arbeit eingewiesen. Derzeit decken 51 Freiwillige über 20 Stadtquartiere ab. Bis 2012 soll es dann in allen 40 Stadtquartieren in Gelsenkirchen mindestens einen Nachbarschaftsstifter geben. Die nächste Schulung für die Ehrenamtler findet im Juli statt.

In der AWO-Seniorenanlage kommt die Idee der Nachbarschaftstiftung gut an. „Das ist ein tolles Angebot. Wenn ich etwas auf dem Herzen habe und Hilfe brauche, werde ich es sehr gern wahrnehmen“, so Christel Will (74). Obwohl es momentan nur wenige Probleme in der Nachbarschaft der Seniorenwohnungen gibt, bestätigte Irmgard Kuhn (79): „Bei uns hilft einer dem anderen. Eine Nachbarin nimmt mir immer die Tasche ab, wenn ich vom Einkaufen komme.“ Und genau so soll es sein. Denn dann klappt’s auch mit dem Nachbarn.

 
 

EURE FAVORITEN