DGB-Jugend fordert: Nie wieder Faschismus und Krieg

Friedhelm Pothoff
Bürgermeisterin Martina Rudowitz sprach bei der Veranstaltung der DGB-Jugend anlässlich der Antikriegstages am 1. September auf dem Platz vor der Neuen Synagoge.
Bürgermeisterin Martina Rudowitz sprach bei der Veranstaltung der DGB-Jugend anlässlich der Antikriegstages am 1. September auf dem Platz vor der Neuen Synagoge.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Die DGB-Jugend Gelsenkirchen fordert „Nie wieder Faschismus und Krieg“
  • Bürgermeisterin Rudowitz bezieht Stellung gegen den rechten Mob
  • Erst Mitte August war die Neue Synagoge das Ziel einer Attacke

Gelsenkirchen. „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!“ Das ist eine lebenbejahende Forderung, die stärker kaum formuliert werden könnte. Die DGB-Jugend formulierte sie gut vernehmbar am Donnerstag auf dem Platz vor der Neuen Synagoge an der Georgstraße vor vielen Teilnehmern. Es war der Abend des 1. September 2016. Erinnert wurde traditionell mit der Aktion an den 1. September 1939, als Nazi-Deutschland Polen überfiel und damit den 2. Weltkrieg auslöste.

„Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus“ – das ist ein Wunsch, der heutzutage, in einem vermeintlich aufgeklärten 21. Jahrhundert, dennoch an der Tagesordnung ist. Susanne Franke, sie leitet das DGB-Haus der Jugend in Gelsenkirchen, nannte Zahlen: „Aktuell gibt es über 20 Kriege auf der Erde und über 440 bewaffnete Konflikte.“ Werte, die viele Menschen vor der Neuen Synagoge nachdenklich stimmten. Zur Verstärkung und um ein nachdrückliches Zeichen für den Frieden zu setzen, wurde die Veranstaltung durchgeführt – übrigens seit dem 1. September 1957 setzt der DGB so ein jährlich wiederkehrendes Zeichen gegen Krieg und Faschismus.

Das taten alle Teilnehmer durch ihre Anwesenheit, zu denen etwa die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Judith Neuwald-Tasbach, Gelsenkirchens Polizeipräsidentin Anne Heselhaus-Schroer und der DGB-Regionsvorsitzende Josef Hülsdünker zählten. Auch die Stadt gab ein klares Signal. Bürgermeisterin Martina Rudowitz sagte deutlich, was sich ihrer Meinung nach schleichend wieder etabliert in diesem Land: „Der Fremdenhass ist wieder unter uns.“

Kein Platz für den rechten Mob

Keinen Zweifel ließ die SPD-Politikerin daran, dass es nirgendwo Platz für den rechten Mob geben dürfe, dass die Gelsenkirchener Stadtgesellschaft eine bunte sei und dass ihre solidarische Stärke sich darauf gründe. „Damit das so bleibt, müssen wir ein Zeichen setzen.“ Die Leute, die rechtes Gedankengut verbreiten würden, suchten in Wahrheit oft einen Schuldigen für ihr eigenes Versagen. „Etwa unter den Flüchtlingen.“ Dazu zählte Rudowitz Parteien wie Pro Deutschland und die AfD. „Die AfD schließt sich sogar mit der NPD zusammen, wenn es ihr passt“, bezog die Bürgermeisterin Position.

Für den vorhandenen Faschismus gibt es ein aktuelles Beispiel: In der Nacht vom 13. auf den 14. August gab es eine Attacke auf die Neue Synagoge in der Altstadt. Dabei wurde eine der Außenscheiben an der Georgstraße massiv beschädigt. Umso stärker war das Zeichen der Jüdischen Gemeinde gegen Krieg und Faschismus am Donnerstagabend.Es wurde gesetzt von der Jugendgruppe der Gemeinde, die eine Ansprache verlas.

Darin hieß es unter anderem: „Vielfalt ist keine Gefahr. Wir sollten dankbar sein für den Frieden. Jeder muss sich für Frieden, Toleranz und gegen die Ausgrenzung einsetzen.“