Der Professor des Jahres

Professor des Jahres. Norbert Pohlmann von der Fachhochschule Neidenburgerstr. in Gelsenkirchen, fuer den Fachbereich Informatik, am Mittwoch, 16.11.2011. Foto: Heinrich Jung WAZFotoPool
Professor des Jahres. Norbert Pohlmann von der Fachhochschule Neidenburgerstr. in Gelsenkirchen, fuer den Fachbereich Informatik, am Mittwoch, 16.11.2011. Foto: Heinrich Jung WAZFotoPool
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Gelsenkirchen.. Wenn Prof. Dr. Norbert Pohlmann über seine Arbeit redet, dann sprudelt es nur so aus ihm heraus. Seine Begeisterung für Informatik, für den Bezug zur Praxis, für die Arbeit mit den Studenten ist sein Antrieb, seine Leidenschaft. Dafür wird der 51-jährige Professor des Fachbereichs Informatik der Fachhochschule Gelsenkirchen jetzt als „Professor des Jahres 2011“ ausgezeichnet.

Das Absolventenmagazin „Unicum“ hatte den Wettbewerb zum sechsten Mal initiiert und Studierende und Professoren gebeten, Vorschläge einzureichen. „Ich war ziemlich überrascht, als ich angeschrieben und gebeten wurde, einige Fragen zu meiner Arbeit zu beantworten.

Erfolgreicher Unternehmer

Ich wusste nicht, dass ich nominiert war und war auch nicht sicher, ob ich überhaupt teilnehmen wollte“, sagt Pohlmann. Er entschied sich dann doch dafür, „nicht um den Preis zu gewinnen, sondern um für Gelsenkirchen und die Fachhochschule zu werben“. Das mag großspurig klingen, aber man kann es ihm glauben, denn für sich braucht der 51-Jährige den Preis ganz sicher nicht.

15 Jahre lang war der gebürtige Ratinger erfolgreicher Unternehmer. Nach seinem Studium der Elektrotechnik in Aachen gründete er 1988 die Firma Kryptokom, war maßgeblich an der Entwicklung der ersten EC-Karten-Bezahlsysteme beteiligt. Auch am Verschlüsselungssystem im Zuge des Schengen-Abkommens wirkte er mit. „1999 hatten wir 110 Mitarbeiter und haben dann mit der Utimako Safeware AG fusioniert. Dort war ich vier Jahre im Vorstand und wir haben das Unternehmen auf 400 Mitarbeiter mit Standorten in Europa, Asien und Amerika ausgebaut“, erinnert sich Pohlmann.

Angebote von mehreren Hochschulen

Was folgte, war der Gedankenwechsel. „Ich hatte Spaß an meinem Beruf, aber ich bin ein Tüftler. Ich brauche die Freiheit, neue Ideen zu haben und sie mit anderen, die denken wie ich, weiterzuentwickeln. Das hatte ich als Unternehmer nicht mehr, weil ich mich viel um die Belange der Aktionäre kümmern musste“, erklärt Pohlmann.

Er stieg aus, hatte Angebote von mehreren Hochschulen und entschied sich, im Wintersemester 2003/2004 in Gelsenkirchen anzufangen. „Die Hochschule ist modern, die entscheidenden Personen waren offen für meine Ideen und die Kollegen machen meine Denke mit und unterstützen mich.“

Spaß an der Arbeit

Inzwischen ist er im Ruhrgebiet auch heimisch geworden, wohnt unter der Woche auch in Gelsenkirchen. Am Wochenende aber zieht es den Vater von zwei Kindern nach Aachen, wo er mit seiner Frau lebt. „Ich habe in meinem Leben das große Glück, dass mein Hobby auch mein Beruf ist.

Wenn ich morgens aufwache, springe ich aus dem Bett, weil ich Spaß an meiner Arbeit habe. Ich bin morgens um halb acht im Büro und gehe erst abends um halb zehn.“ Der Arbeitseinsatz ist noch immer der gleiche wie zu der Zeit, als Pohlmann noch Unternehmer war – mit einem Unterschied: „Ich habe das Reisen für mich entdeckt, mache jetzt häufiger und länger Urlaub.“

Freizeitführer für Gelsenkirchen

Viel lieber spricht er aber über seine Arbeit. Über die Ideen, die er hat. Und er versteht es, sie ohne lange Erklärungen auch Laien nahezubringen. „Man muss sich an der Praxis orientieren. Nur so kann man die Studenten mitnehmen. Wir entwickeln – auch interdisziplinär – eine Smartphone-App mit dem Namen ‘happy students’.

Es geht darum, einen Freizeitführer für Gelsenkirchen zu entwickeln. Zum Beispiel wann welche Kneipe ‘happy hour’ hat. Die App könnte einen dann von happy hour zu happy hour führen. Das geht natürlich auch mit Restaurants oder anderen Freizeitmöglichkeiten“.

 
 

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