Der letzte Lagebericht von Dr. Manfred Scholle für Gelsenwasser

Gelsenkirchen. Das war’s (fast) für Dr. Manfred Scholle. Der Vorstandsvorsitzende der Gelsenwasser AG berichtete am Mittwoch im Veranstaltungs- und Tagungszentrum Schacht Bismarck letztmals den Aktionären auf einer Hauptversammlung. Der gebürtige Berliner wird seine Position aus Altersgründen aufgeben; ein Nachfolger ist noch nicht benannt.

Für das Geschäftsjahr 2010 weisen die soliden Bilanzdaten der Gelsenwasser AG eine Steigerung des Ergebnisses vor Ertragsteuern aus. Bereinigt um einen einmaligen Bucheffekt aus der Verpachtung von Wasserversorgungsanlagen im Bereich Kamen/Bergkamen/Bönen liegt es nach Unternehmensangaben mit 112,9 Mio. € um 13,3 % (13,3 Mio. €) über dem Vorjahreswert. Die Umsatzerlöse stiegen um 4,3 % (28,9 Mio. €) auf 702,3 Mio. €. Das Ergebnis der operativen Geschäftstätigkeit ist (um den Einmaleffekt bereinigt) um 19,6 % (14,6 Mio. €) angewachsen.

Kein umweltschädlicher Erdgas-Abbau

Ursächlich für die Steigerungen sind laut Scholle die Geschäftsausweitungen. „Neben den Vertriebsaktivitäten bei Gas und Strom sind dies der Dienstleistungsbereich im Trinkwasser und Abwasser sowie der Zuwachs an Beteiligungen.“ Am Erfolg des Konzerns nehme die gesamte Region teil: Mitarbeitern, der öffentlichen Hand, Gesellschaftern und anderen Unternehmen flossen im letzten Jahr 565,7 Mio. € zu.

Vor den Aktionären bezog Scholle auch Stellung zum Thema Fracking: „Meine persönliche Einschätzung ist es, dass das Fracking-Verfahren, wenn man alle Risiken der Umweltbelastung addiert, in dicht besiedelten Gebieten nicht zu verantworten ist.“ Wasserschutzgebiete müssten für derartige Bergbautätigkeiten tabu sein, so der scheidende Vorstandsvorsitzende. „Ich sehe im Moment keinerlei Druck, mit derart rabiaten Methoden Erdgas schnellstmöglich zu fördern. Wir haben ausreichend Zeit, umweltfreundlichere und wirtschaftlichere Verfahren zu entwickeln. Wir sehen das Moratorium in NRW als ersten Erfolg der öffentlichen Diskussion.“

 
 

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