Der gejazzte „Krai“

„Krai“ heißt einer seiner Songs. Eine beseelte Nummer, die Vadim Neselovskyi irgendwann mitten im Konzert ganz alleine am Klavier spielt. „Krai“ bedeutet Kreis im Russischen und im Ukrainischen. Und es steht gewissermaßen auch für die Verbindung beider Länder.

Der Pianist hat das Stück zusammen mit dem renommier-ten russischen Waldhornspie-ler Arkady Shilkloper für die gemeinsame neue Duo-CD eingespielt. Und es berührt auch solo in der prächtig besuchten Kellerbar des Consol Theaters.

Wie überhaupt der ganze Auftritt von Neselovskyis Trio „Bez Granitz“ unter die Haut geht. Weil da nämlich drei hoch kreative Vollblutmusiker auf der Bühne sind, denen die Einfälle nie auszugehen scheinen. Zusammen mit dem polnischen Schlagwerker Bodek Janke und dem Bassisten Alex Morsey entsteht eine rhyth-misch unheimlich gewitzte und starke Musik mit viel Improvisationsspielraum, in der auch schon mal ein altbekannter Jazzstandard zerlegt und dann wie neu zusammengesetzt wird.

Mischung lässt Funken sprühen

Meistens aber spielt das Trio Kompositionen von Vadim Neselovskyi. Der bezieht sein Spiel einerseits aus einer klassischen romantischen Tradition und packt den Zuhörer andererseits mit seinen rhythmisch aberwitzigen Eruptionen und freigeistigen Jazzbezügen. Eine Mischung, die auf Consol mehr als einmal Funken sprühen lässt.

Bez Granitz bedeutet im Russischen übrigens „ohne Grenzen“. Und fast grenzen-los sind auch die Ideen des in der Ukraine geborenen, später in Dortmund lebenden und inzwischen in New York beheimateten Tastenvirtuosen.

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