Der brennende Dornbusch

Nach der Schließung der katholischen Christus König Kirche in Gelsenkirchen - Buer / Hassel haben Mitglieder der Gemeinschaft Bergsmannsglücker Vereine das Fenster „Brennender Dornbusch“ ausgebaut und vor der Zerstörung gesichert. Nun hat es einen Platz im Eingangsbereich der Zentrale des Sozialen Hilfsdienstes im GGW-Neubau an der Dillbrinkstraße gefunden. Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool
Nach der Schließung der katholischen Christus König Kirche in Gelsenkirchen - Buer / Hassel haben Mitglieder der Gemeinschaft Bergsmannsglücker Vereine das Fenster „Brennender Dornbusch“ ausgebaut und vor der Zerstörung gesichert. Nun hat es einen Platz im Eingangsbereich der Zentrale des Sozialen Hilfsdienstes im GGW-Neubau an der Dillbrinkstraße gefunden. Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Seit knapp zwei Wochen hat der Soziale Hilfsdienst an der Polsumer Straße 182 in Hassel eine neue Heimat und im Eingangsbereich einen echten Blickfang. Im sonst durchweg modernen Neubau empfängt den Besucher ein altes Kirchenfenster.

Gelsenkirchen.. Gerettet haben das die Mitglieder der Gemeinschaft Bergmannsglücker Vereine (GBV) aus der alten Christus-König-Kirche, die 2008 abgerissen wurde. „Insgesamt haben wir drei Fenster und ein altes Christusbild retten können, mehr war leider nicht mehr da“, erinnert sich Dieter Denneborg, erster Vorsitzender der GBV, die rund 20 Vereine vereint und damit rund 4000 Mitglieder vertritt.

Harald Förster, Geschäftsführer der ggw, ging auf Dieter Denneborg und seine Kollegen mit der Idee zu, in den neuen Gebäudekomplex an der Polsumer Straße eines der alten Fenster aus der Christus-König-Kirche einzubauen. „Die Idee fanden wir besonders toll, denn nur wenige hundert Meter von hier entfernt stand die Kirche, und so können viele Gemeindemitglieder eines der alten Fenster aus ihrer Kirche immer wieder sehen“, sagt Denneborg.

Von hinten beleuchtet

Kreisrund ist es, eingelassen in die Wand direkt hinter der Eingangstür. Geschickt wird es mit einer kleinen Lampe von hinten beleuchtet, so dass es immer in vollem Glanz erstrahlt. Es zeigt den brennenden Dornbusch, wie er in der Bibel im Buch Exodus, Kapitel 3, beschrieben wird. Der Busch, der brennt, aber nicht verbrennt. Gestaltet hat das Fenster Künstler Ludwig Baur 1972. Seinen Platz in der Christus-König-Kirche hatte es in der kleinen Marienkapelle im Eingangsbereich.

„Es kommen immer wieder Menschen zu uns herein, die das Fenster aus der Kirche kennen. Sie bleiben, schauen es sich an, mache machen auch Fotos“, sagt Hans-Josef Schrick vom SHD. Am Mittwoch, 8. Juni, findet dort ab 10 Uhr auch ein Tag der offenen Tür statt. Extra dafür hat sich SHD-Mitarbeiter Carsten Krätschmer mit der Geschichte Bergmannsglücks beschäftigt und auch mit dem Fenster, um den Besuchern Informationen zum Schmuckstück im Eingangsbereich geben zu können. Keine Sorge: Für alle, die am Mittwoch keine Zeit haben, wird aber in den kommenden Tagen noch ein kleines Hinweisschild neben dem feuerroten Fenster angebracht.

Professionell aufbereitet

„Es ist professionell aufbereitet worden, denn wir konnten es zwar retten, es war aber trotzdem ziemlich verrostet und musste aufpoliert werden“, sagt GBV-Geschäftsführer Reinhard Ostermann. Zwei weitere gerettete Kirchenfenster lagern bei der Awo, sollen aber, wenn das Kultur- und Begegnungszentrum auf dem Gelände der Zeche Bergmannsglück entsteht, dort eingebaut werden.

„Das soll eine ständige Erinnerung an unsere alte Kirche sein, deshalb ist es auch schön, dass hier an der viel besuchten Polsumer Straße schon ein solcher Blickfang eingearbeitet ist“, sagt Dieter Denneborg.

 
 

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