Gelsenkirchen

Denis Gäbel ist einer der ganz starken Saxofonisten

Fein GEjazzt: Denis Gäbe und sein Quartett in der Kellerbar des Consol Theaters.
Fein GEjazzt: Denis Gäbe und sein Quartett in der Kellerbar des Consol Theaters.
Foto: Christoph Giese
Der Kölner Denis Gäbel überzeugte mit seinem Quartett bei seinem Gelsenkirchener Konzert in der Kellerbar des Consol Theaters.

Gelsenkirchen. . Ob Denis Gäbel beim Autofahren mit hungrigem Magen wohl schneller fährt? Es ist zu vermuten. Denn dem Phänomen, mit leerem Magen hinter dem Steuer eines Automobils zu sitzen, hat er im Consol Theater gleich einen Song gewidmet: „Drive-in“. Und diese Nummer beschleunigt doch wohl ungemein.

Mit dem Kölner Saxofonisten hatte die Jazzinitiative „GEjazzt“ am Donnerstagabend eine der interessantesten Stimmen in Deutschland auf diesem Instrument nach Gelsenkirchen eingeladen. Denis Gäbel verfügt über einen satten, souligen Ton auf dem Tenorsax und weiß auch auf dem Sopran feine, intensive Linien zu ziehen.

Unbekümmerte Improvisation

Und er marschiert in seiner eigenen Musik mutig voran, improvisiert unbekümmert und mit viel Druck. Trotzdem bleibt da immer eine Geschmeidigkeit und Melodieverliebtheit in seinen Stücken und in seinem Spiel, was mit dafür sorgt, dass die oft komplexen Strukturen seiner Kompositionen dennoch wunderbar eingängig bleiben.

Sein Quartett hat Denis Gäbel übrigens neu besetzt. Geblieben ist nur der gefragte Bassist Martin Gjakonovski, jahrelang der Rhythmus-Garant im Trio von Paul Kuhn. Und an diesem Abend eine Bank für unaufdringlichen, eleganten Antrieb und Groove. Pianist Sebastian Sternal und Schlagzeuger Silvio Morger fügen sich prima in die Band ein, beleben sie doch die Stücke mit ihren geschmackvollen eigenen Ideen.

An einigen wenigen Stellen hakte es noch bei dieser äußerst unterhaltsamen Musikreise durch Hard Bop, Swing und Groove. Schließlich war der Auftritt in der Consol-Kellerbar der allererste in dieser Besetzung und das Programm zudem neu. Aber hier präsentierte sich eine Saxofonstimme, die was zu sagen hat, mit einer Klasse-Band im Rücken.

Das nächste Konzert der Reihe „GEjazzt auf Consol“, zugleich das letzte vor der Sommerpause, bestreitet am 28. Mai die Bassistin Hendrika Entzian mit ihrem Quartett, das die Gitarristin Sandra Hempel als Gast erweitern wird.

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