Den Zusammenhalt fördern

Karin Reimer
Seit einem Jahr betreuen fünf hauptberufliche Tagespflegepersonen im ehemaligen Pfarrhaus der Gemeinde St. Georg 18 Kinder. Am Samstag präsentierte sich die von der Stadt Gelsenkirchen finanziell unterstützte Einrichtung Musikzirkus mit einem Tag der offenen Tür. Hier demonstrieren Yusuf (li.) und fünf weitere Kinder des Musikzirkus' ihr Können beim Karate.
Seit einem Jahr betreuen fünf hauptberufliche Tagespflegepersonen im ehemaligen Pfarrhaus der Gemeinde St. Georg 18 Kinder. Am Samstag präsentierte sich die von der Stadt Gelsenkirchen finanziell unterstützte Einrichtung Musikzirkus mit einem Tag der offenen Tür. Hier demonstrieren Yusuf (li.) und fünf weitere Kinder des Musikzirkus' ihr Können beim Karate.
Foto: WAZ

Gelsenkirchen. Volles Haus im Kinderförderzentrum „Musikzirkus“: Bunt angemalte Kinder spielen im Garten oder musizieren. Die Eltern unterhalten sich und essen Kuchen. Grund für die Veranstaltung mit Familienfest-Charakter ist die Umgestaltung der Großtagespflegestelle. „Wir haben uns nach mehr Struktur und Gemütlichkeit gesehnt“, erzählt Teamleiterin Gabriele Wenzelburger, während sie durch das Haus läuft. „Wir sehen uns als eine Großfamilie.“ Nach dem Umzug aus der Weberstraße sei es „ungemütlich“ gewesen, man sei nicht wirklich angekommen. Außerdem seien die Kinder oft angespannt gewesen.

Die Umgestaltung hat sich nicht von allein erledigt: „Wir hatten sehr viele Helfer.“ Ehrenamtlich, versteht sich. Einer von den Helfern war Till Obbelode. Er war für die energetische Überprüfung des Hauses zuständig: „Wir haben hier eine Feng-Shui-Analyse durchgeführt.“ So gibt es nun auf beiden Ebenen des Hauses die „Mitte“, die durch kleine Edelsteine an der Decke gekennzeichnet sind: „Auf diese Weise können beide Ebenen zusammenwachsen.“

Jedes Zimmer hat ein eigenes Element

Während auf der oberen Etage im Musikzimmer ein Kind Klavier spielt, führen Wenzelburger und Obbelode durch die Räumlichkeiten. Die Farben an den Wänden sind hell, in jedem Raum befinden sich Bilder von Krafttieren, wie dem Phoenix. „Sie sollen den Kindern Kraft und Schutz geben“, erklärt die Teamleiterin. Die Wände im Schulkinderraum wurden von den Schülern selbst gestrichen. Außerdem habe jedes Zimmer ein eigenes Element, das Spielzimmer stehe für Vitalität und Kraft. Auch einige Feng-Shui-Regeln gilt es zu beachten: „Die Badezimmertüren sollen immer geschlossen sein, damit keine Energie abweichen kann“, so Wenzelburger.

Im Eingangsbereich des Hauses finden die Kinder ein Bild der Mitarbeiter. „Das ist wichtig, damit man ein Gemeinschaftselement hat und sich findet“, erklärt der Feng-Shui-Experte Obbelde.

Konzept kommt bei Eltern gut an

Das Konzept scheint bei den Eltern gut anzukommen: „Es hat sich sehr viel geändert“, so Maja Valih. Ihre beiden Kinder besuchen die Großpflegestelle. Besonders gut gefallen ihr die altersgemischten Gruppen und die „familiäre Atmosphäre“. Letzteres ist Wenzelburger besonders wichtig: „Dadurch, dass die Eltern bei der Umgestaltung mitgeholfen haben, haben wir sie sehr gut miteinbezogen.“

Also, alles gut? Gabriele Wenzelburger: „Das Werkzimmer ist noch nicht fertig, aber da finden sich sicher einige fleißige Väter.“ Anschließend geben die Kinder ein Ständchen: „Wer will fleißige Handwerker sehen? Der muss in den Musikzirkus gehen.“