Den Blick nach oben richten

Niels Funke und Werner Rybarski entwickeln das Konzept für Wegweiser zu baulichen Schönheiten.
Niels Funke und Werner Rybarski entwickeln das Konzept für Wegweiser zu baulichen Schönheiten.
Foto: Gerhard Verfürth

Gelsenkirchen.. „Die bewusste Wahrnehmung der Fassaden aus der Gründerzeit und der Jugendstilepoche machen eine intensive Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte und eine Identifikation mit dem eigenen Lebensumfeld möglich“, sagt Werner Rybarski, städtischer aGEnda21-Beauftragter. Gemeinsam mit Niels Funke hat er das Konzept für neue, handliche Wegweiser zu den baulichen Schönheiten der Stadt entwickelt. Zu haben sind sie im aGEnda-Büro an der Von-Oven-Straße.

Manchmal muss man im Alltag halt den Blick nach oben richten, um sich der architektonischen Reize alter Fassaden bewusst zu werden. „Blicke nach oben“ heißen folgerichtig auch die Flyer des aGEnda-Büros, die historische Fassaden der Stadt zeigen und auf dem umseitigen Stadtplan markiert sind. Was unter dem Titel „Schätze der Stadt“ bereits als Buch erschienen ist, kann jetzt mit handlicher Hilfe gezielt angesteuert werden.

Genauer gesagt sind es gleich vier Fassadenführer, die für diese speziellen Entdeckungstouren angeboten werden. Denn das aGEnda-Büro hat die architektonischen Zeitzeugen für die Bezirke Süd, Mitte, Nord sowie West und Ost zusammengestellt.

Die Menschen sensibilisieren

„Historische Fassaden sind in Gelsenkirchen allgegenwärtig. Aber nehmen wir sie auch wahr, wissen wir die Schätze unserer Stadt zu schätzen“? fragt Autor Michael Godau. Das Projekt „Blicke nach oben“ will, wie er schreibt, die Aufmerksamkeit auf interessante historische Außenansichten lenken und „zur Schärfung der Wahrnehmung genauso beitragen wie zur Sensibilisierung der Menschen“.

Die vier verschiedenen Fassadenführer sollen als „Schatzkarten“ verstanden werden. Im Bezirk Süd führen sie beispielsweise zur Karl-Meyer-Straße 16, 17 und 25, zu den Hausnummern 40 und 60 an der Steeler Straße oder zu den Häusern Metzer Straße 2 und 4. Insgesamt gibt es im Süden 19 Anlaufpunkte, die eine intensive Betrachtung wert sind. Gleich 33 markante Adressen birgt die „Schatzroute“ für den Bezirk Mitte.

Michael Godau schreibt: „Schloss Horst, Heilig-Kreuz-Kirche, Hans-Sachs-Haus, Siedlung Flöz Sonnenschein, Zeche Nordstern, Musiktheater, Wissenschaftspark – die Liste der heutigen architektonischen Perlen Gelsenkirchens ist lang.“ Und die Stadt habe Gründerzeitbauten und Profanbauten des Jugendstils vorzuweisen. „Diese Schätze zu suchen, zu erkennen, sich ihrer Bedeutung für das Stadtbild bewusst zu werden und zu schützen sollte Aufgabe und Ziel aller Gelsenkirchener werden.“

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