Demo der Friedensbewegten

Inge Ansahl
Zum ersten Mal nach mehrjähriger Pause zeigte ein Bündnis friedensbewegter Menschen am 1. September wieder Flagge. Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool
Zum ersten Mal nach mehrjähriger Pause zeigte ein Bündnis friedensbewegter Menschen am 1. September wieder Flagge. Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Am Internationalen Antikriegstag folgten bis zu 160 Menschen dem Aufruf eines friedensbewegten Aktionsbündnisses zur Kundgebung.

Gelsenkirchen. Zum ersten Mal nach mehrjähriger Pause zeigte ein Bündnis friedensbewegter Menschen am 1. September wieder Flagge. 72 Jahre nach Hitlers Überfall auf Polen, 72 Jahre nach dem von Nazideutschland ausgelösten Beginn des Zweiten Weltkrieges, versammelten sich bis zu 160 Menschen am Preuteplatz.

„Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“: Die alte Parole der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) hat angesichts der Kriege nach 1945 an Aktualität nichts eingebüßt und war gleichermaßen der gemeinsame Nenner der unterschiedlichen Gruppen des Bündnisses wie zum Beispiel AUF, Linke, IGBCE oder Antifa.

Kleine Kreuze beeindruckten Passanten

Die Kundgebungs-Teilnehmer der Linken hatten diese Kriege nach 1945 sichtbar und die Dimension deutlich gemacht. Rund 100 kleine Kreuze – jedes für eine Auseinandersetzung mit Waffengewalt – steckten in ebenso vielen Bechern mit Sand. Was etliche Passanten sichtbar beeindruckte. „Es war eine gute, friedliche Stimmung und eine gelungene Veranstaltung“, beschrieb der friedensbewegte Linke Hartmut Hering später seinen Eindruck. Er selbst erinnerte die Versammelten daran: „Gelsenkirchen hat auch widerstand geleistet.“ Immerhin habe die Stadt seinen Recherchen zufolge 1957 den Plan des Verteidigungsministeriums vereitelt, das Berger Feld wieder als Militärflughafen zu nutzen. Und 1983 habe der Rat die „Atomwaffenfreie Zone GE“ beschlossen.

Später, nach dem Demozug durch die Stadt, versammelten sich die Menschen am Mahnmal für die Opfer des Hitler-Faschismus im Stadtgarten. Hier wurden Blumen niedergelegt und gemeinsam das Lied „Die Moorsoldaten“ angestimmt. Rolf Heinrich, Pfarrer im Ruhestand, fand die passenden Worte.