„Day of Song“ bleibt 2015 in Gelsenkirchen stumm

Klaus Johann
Da war die Bude voll: Tausende beim „Sing Day of Song“ im Kulturhauptstadtjahr in der Arena auf Schalke.
Da war die Bude voll: Tausende beim „Sing Day of Song“ im Kulturhauptstadtjahr in der Arena auf Schalke.
Foto: WAZ FotoPool
Ein weiterer "Day of Song" in Gelsenkirchen ist wohl Geschichte. Bei der Kulturhauptstadt 2010 war die Arena voll, die geplante Neu-Auflage im Mai 2015 stößt bisher aber nicht auf genug Interesse. Das könnte auch am Startgeld liegen.

Gelsenkirchen. Es liegt vier Jahre zurück, dass in der Arena mit dem „Day of Song“ ein herausragendes Spektakel voller Harmonie, Ausgelassenheit und Stimmgewalt zelebriert wurde. Man feierte im Revier das Kulturhauptstadtjahr. Im Mai 2015 sollten bei der musikalischen Neuauflage wieder Tausende Sänger den Ton in der Arena angeben. Doch daraus wird wohl nichts mehr. Bis zum Stichtag am 10. Oktober waren nur einige tausend Karten abgesetzt. 20.000 hätten es sein müssen.

Den drei Veranstaltern, „Schalke Management GmbH“ , „Projektbüro port3“ und „Ruhr Touristik GmbH“ bleibt nur die Aufarbeitung, warum die Euphorie aus 2010 die Menschen heute nicht mehr trägt. Die Resonanz in den Chören war gering.

Chormitglieder waren verunsichert

Viele Mitglieder rätselten, wie die Gegenleistung denn aussehen solle, wenn zwischen 15 und 50 Euro für die Teilnahme gezahlt werden müssten. Kreiskantor Andreas Fröhling glaubt, dass die meisten zwar eindrucksvolle Erinnerungen an 2010 haben, nicht aber von einem ähnlichen Erfolg im nächsten Jahr ausgingen. Chormitglieder hätten sich gefragt, warum sie jetzt schon Geld bezahlen sollten, das Programm aber noch nicht bekannt sei.

Christian Jeub, MiR-Chordirektor und Chorleiter des städtischen Musikvereins, hielt den zeitlichen Vorlauf ebenfalls für zu knapp. Wer sich heute entscheide, 2015 wieder mitzusingen, wolle wissen, was ihn dann erwarte. Fröhling wie auch Jeub fänden es vorbildlich, wenn Schalke 04 als Verein eine größere Summe in die Gesangskultur investierte und den „Day of Song“ ermöglichen könnte. Die Unterstützung eines friedlichen, familiären Festes würde sicher ganz dem Sinn der Vereinsphilosophie entsprechen.

Moritz Beckers-Schwarz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Schalke Management GmbH, versichert, dass der Verein bei einem Defizit eingesprungen wäre. Doch 20.000 verkaufte Karten hätte man als privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen als Sicherheit benötigt. „Auch bei 18.000 verkauften Karten“, versichert Beckers-Schwarz, „hätten wir das Ereignis durchgeführt, wenn wir eine Akzeptanz gespürt hätten. Es geht beim Risiko immerhin um einen siebenstelligen Betrag.“

Benedikte Baumann, Projektleiterin des „Day of Song“ bedauert die geringe Resonanz. Die Anmeldezahlen stünden im krassen Gegensatz zu den begeisterten Zuschriften, die man erhalten habe. Aus ganz Deutschland.