Dauerlauf für den guten Zweck

Nach fast 30 Stunden mobilisierten die Pfadfinder noch mal alle Kräfte für eine gemeinsame Runde.
Nach fast 30 Stunden mobilisierten die Pfadfinder noch mal alle Kräfte für eine gemeinsame Runde.
Foto: WAZ FotoPool
30 Stunden am Stück joggten Pfadfinder vom Stamm Rochus Spiecker ihre Runden im Haverkamp. Der Lohn: 3500 Euro für ein Aids-Waisenhaus in Südafrika.

Gelsenkirchen. Der Countdown läuft, 60 Minuten zeigt der Monitor unter dem Zeltdach noch an. Viele der Teilnehmer haben kaum geschlafen in der Nacht zuvor, sind übernächtigt. 29 Stunden dauert der Pfadfinder-Benefizlauf am Samstag Abend schon. Freitag um 15 Uhr haben die Haverkamp-Scouts von Rochus Spiecker mit dem Laufen begonnen. Immer dabei, immer in Bewegung: der blau-gelb gestreifte Staffelstab. Wenigstens ein Läufer musste damit immer auf der Strecke sein. Am Ende sollten dabei mehr als 1300 Kilometer und etwa 3500 Euro Sponsorengelder für ein Aids-Waisenhaus in Südafrika zusammenkommen.

Jeremy Brauer (19) vom Stammes-Vorstand war an der Organisation der Veranstaltung beteiligt: „Als Leiterrunde haben wir geschaut, wo es Engpässe gibt und auch Eltern gefragt, ob sie nicht laufen möchten. In den Nachtstunden waren meistens nur zwei oder drei Läufer unterwegs.“ 122 Teilnehmer registrierten die Pfadfinder. Vor zehn Jahren gab es zum 20. Geburtstag von Rochus Spiecker bereits einen Spendenlauf über 20 Kilometer.

Läufer zehren von den Anfeuerungen

Eine Runde führt die Läufer rund um das Gemeindezentrum Heilige Dreifaltigkeit über die Magdalenen-, die Bickern-, die Grün- und die Erdbrüggenstraße und ist 980 Meter lang. „Wir sind hier noch nicht fertig, eine Runde schaffen wir noch“, sagt eine Gruppe Mütter, als sie den Start- und Zielpunkt vor der Kirche Heilige Dreifaltigkeit erreicht. Zur Stärkung liegt ein Karton mit Bananen bereit. Die Läufer zehren aber auch von den vielen Anfeuerungen der Umstehenden. Jeder der sichtlich geschafften Teilnehmer bekommt noch mal eine Portion Motivation mit auf den Weg.

Die Wölflinge, Jungpfadfinder, Pfadfinder und Rover – so heißen die verschiedenen Altersstufen bei den Pfadfindern – haben im Vorfeld Sponsorenzettel an Privatleute, aber auch an kleine und mittelständische Unternehmen in der Umgebung verteilt. Jeder Sponsor sicherte dem Läufer einen Betrag für jede gelaufene Runde zu. „Es gibt auch Leute, die haben sieben oder acht Sponsoren“, so Brauer.

Waisenheim 2003 gegründet

„Das Geld geht an unser Patenkind in einem Aids-Waisenhaus im südafrikanischen Bamshela“, erklärt der 19-Jährige. Die Spende komme der gesamten Einrichtung zugute. Als er 15 Jahre alt war, hat seine Jungpfadfindergruppe die Patenschaft übernommen. Das Waisenheim wurde 2003 von Rovern des Stammes Don Bosco aus Hagen gegründet. Einige Gruppen hatten sich für ihre Teilnahme am Lauf etwas besonderes einfallen lassen. So gingen sie etwa in Pyjamas oder als Olympioniken verkleidet an den Start.

 
 

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