Das Quartiersnetz in Gelsenkirchen wächst

Prof. Dr. Sabine Sachweh, Verbundkoordinatorin des Quartiersnetzes und Informatikprofessorin an der FH Dortmund, stellt im Hans-Sachs-Haus die Halbzeitergebnisse vor.
Prof. Dr. Sabine Sachweh, Verbundkoordinatorin des Quartiersnetzes und Informatikprofessorin an der FH Dortmund, stellt im Hans-Sachs-Haus die Halbzeitergebnisse vor.
Foto: Joachim Kleine-Büning
Im Bürgercenter wurde jetzt eine Halbzeitbilanz vorgestellt. Im Aufbau sind ein Suche- und Biete-Modul sowie vier Redaktionsgruppen für aktuelle örtliche Nachrichten.

Gelsenkirchen..  Gelsenkirchen und Dortmund im Schulterschluss? So etwas legt nahe, dass es sich um etwas Besonderes handeln muss. Stimmt genau. Und zwar handelt es sich um das „Quartiersnetzwerk“ für die Quartiere Schalke, Hüllen, Buer-Ost und Schaffrath/Rosenhügel, deren jeweilige digitale Plattformen nun offiziell erreichbar sind.

Das Augenmerk wurde auf barrierefreien Zugang gelegt

Aktuell umfasst der Auftritt eine Nachrichtenseite, einen Veranstaltungskalender und eine Liste mit quartiersbezogenen Angeboten, in der sich Dienstleister vor Ort, Vereine und bürgerschaftliche Engagierte präsentieren. „Die Seiten sind barrierearm für Menschen mit Seh-, Hör- und Bewegungseinschränkungen angelegt“, erklärte Prof. Dr. Sabine Sachweh von der FH Dortmund bei der Vorstellung der Halbzeitbilanz nach zwei Jahren. Die Fachhochschule gehört neben der Stadt Gelsenkirchen und dem Generationennetzwerk zu einem Konsortium von 20 institutionellen Partnern, die dieses Zukunftsprojekt vorantreiben. Deren Ziel ist es, älteren Menschen ein leicht zugängliches, breites und wachsendes Angebot an Informationen für ihre Stadtteile bereitzustellen, welches – und das ist das Besondere – von den Bürgern, Institutionen und Dienstleistern selbst mit Neuigkeiten und Inhalten gefüllt und mit Experten weiter entwickelt wird.

Neue Module sind bereits in Planung

Die Plattformen sind stets modular aufgebaut, ihr Ausbau bereits in Planung. Ein Suche-/Biete-Modul zum Tausch von (Alltags-)Gegenständen und Hilfsangeboten soll dazu kommen, ebenso wie vier Redaktionsgruppen, deren Mitglieder als Autoren und Kenner vor Ort die Plattform mit Neuigkeiten und damit Leben füllen. Die Arbeitsgruppe für das Suche-/Biete-Modul trifft sich am 24. November und 8. Dezember jeweils von 16 bis 18 Uhr im LogIn (Eberstraße 19), die angehenden „Quartiersschreiber“ am kommenden Mittwoch, 9. November an gleicher Stelle von 17 bis 19 Uhr. Beide Gruppen freuen sich übrigens über (weitere) Mitstreiter.

Bürger beteiligen sich als Multiplikatoren und Ko-Entwickler

Mitstreiter ist im Übrigen ein gutes Stichwort. Denn so wie sich beispielsweise die Technikbotschafter der Aufgabe verschrieben haben, älteren Mitbürgern die Annehmlichkeiten der Digitaltechnik zu erklären und so zu Multiplikatoren für ein wachsendes Netzwerk werden, so sind es die Bürger durch Einbringen von weiteren Ideen oder die Teilnahme an Testläufen weitere lebendige Bausteine.

Ziel: Ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter

Der Lebensmitteleinkauf der Zukunft, die Steuerung von Heizung und Licht bis hin zum Skatspiel im Videomodus mit Gleichgesinnten – all das wird künftig über Smart-Home-Technologie realisiert werden. Da, so die Informatikerin Prof. Dr. Sabine Sachweh, dürfe sie aber noch auf Anraten des Patentanwaltes „noch nicht mehr verraten“. Klar ist: Eine individualisierbare Bedienung der häuslichen Umgebung sowohl mit Touchscreens als auch mit Sprache, Gestik und mechanischen Tasten wird bald in Gelsenkirchen und darüber hinaus nicht mehr nur etwas für Freaks sein – sondern für alle, insbesondere für die Generation 50 plus.

Die Online-Adressen der Plattformen

Das Wichtigste zu Anfang: die Adressen der Quartiersnetzwerke:
https://schalke.quartiersnetz.de, https://huellen.quartiersnetz.de, https://schaffrath.quartiersnetz.de https://schalke.quartiersnetz.de.

Das Verbund-Projekt Quartiersnetz wird bis zum Ende der vierjährigen Projekt-Laufzeit im Oktober 2018 mit 6,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Forschungsschwerpunkt GeDiReMo (Gesundheits- und Dienstleistungsregionen von Morgen) gefördert. Das Netz will mit realen und digitalen Unterstützungsangeboten älteren Menschen helfen, ein gutes, selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter in den eigenen vier Wänden im vertrauten Stadtteil zu führen. Ein wichtiges Merkmal ist dabei, dass die späteren Nutzer bereits aktiv den Entwicklungsprozess als „Ko-Produzenten“ mitgestalten und Barrieren abbauen.

Wer mehr über das Quartiersnetz und Beteiligungsmöglichkeiten wissen will, dem sei die Internetseite www.quartiersnetz.de ans Herz gelegt. Dort gibt es Informationen u.a. zur Verbund-Koordination und zu den Leitern der sieben Teilprojekte.

Auskunft erteilt auch: Jonas Sorgalla, Rufnummer 0231 9112 570, E-Mail: jonas.sorgalla@fh-dortmund.de

 
 

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