Das Projekt „Mund Art“ macht stark für den Arbeitsmarkt

Bei „Mund Art“ sollen die Teilnehmer auch durch das Theaterspiel für den Arbeitsmarkt gestärkt werden. Seit Mai stehen sie dafür auf der Bühne, momentan wird vor allem imrpovisiert.
Bei „Mund Art“ sollen die Teilnehmer auch durch das Theaterspiel für den Arbeitsmarkt gestärkt werden. Seit Mai stehen sie dafür auf der Bühne, momentan wird vor allem imrpovisiert.
Foto: Joachim Kleine-Büning/WAZ FotoPool
Kaum ist das Abschlussprojekt des zwölften Jahrgangs des „!Stage“-Projektes im Consol Theater erfolgreich über die Bühne gegangen, da steht Gelsenkirchen schon das nächste Arbeitsmarktprojekt auf Theaterbasis ins Haus. Diesmal sind jedoch vor allem Langzeitarbeitslose mit Migrationshintergrund angesprochen.

Gelsenkirchen. Kaum ist das Abschlussprojekt des zwölften Jahrgangs des „!Stage“-Projektes im Consol Theater erfolgreich über die Bühne gegangen, da steht Gelsenkirchen schon das nächste Arbeitsmarktprojekt auf Theaterbasis ins Haus. Diesmal sind jedoch vor allem Langzeitarbeitslose mit Migrationshintergrund angesprochen.

„Mund Art“ heißt das Projekt, das im Mai im frisch belebten Alfred-Zingler-Haus am Margaretenhof im Stadtsüden gestartet ist.

In neun Monaten fit für den Arbeitsmarkt

24 Arbeitssuchende aus zehn ganz unterschiedlichen Kulturkreisen sollen hier gemeinsam ein Theaterstück schreiben und auf die Bühne bringen. Neben der täglichen Arbeit mit einer Theaterpädagogin stehen auch Einzeltreffen mit einer Sprachtrainerin und einem Jobcoach auf dem Programm. „Unser Ziel ist es, die Teilnehmer mit diesem mehrstufigen Projekt in neun Monaten fit für den Arbeitsmarkt zu machen. Wir wollen mit dem Theaterspiel ihre Persönlichkeiten stärken und ihnen auch verdeutlichen, was ihre Stärken sind. Damit sie in Zukunft potenziellen Arbeitgebern erklären können, welchen Nutzen sie ihnen bringen können“, sagt Markus Keller, Geschäftsführer der Bochumer defakto-GmbH, die das „Mund Art“-Projekt ersonnen hat.

„Art steht dabei für Arbeit, Rat und Tat“, betont er – und fügt hinzu, dass die Erfahrungen in anderen Städten durchaus positiv gewesen seien. Für alle Beteiligten. „Anfangs sagen die meisten Teilnehmer zwar: Ich mache mit, aber ich gehe nicht auf die Bühne“, so Keller. „Die Meisten machen dann aber doch mit, weil ihnen das selbsterfundene Stück so gut gefällt. Und weil sie die anderen nicht hängen lassen wollen“, fügt Tomke Friemel, Projektleiterin von „Mund Art“ in Gelsenkirchen, hinzu.

Der perfekte Ort für das Projekt

Mit dem Alfred-Zingler-Haus habe man den perfekten Ort für das Projekt in Gelsenkirchen gefunden, sind sich alle einig. Und die Teilnehmer selbst? Die sind nach den ersten Gehversuchen auf der großen Bühne im Dachgeschoss des Hauses begeistert: „Ich habe noch nie zuvor Theater gespielt. Aber es macht sehr viel Spaß“, sagt etwa Vitali aus Kasachstan. „Ich wollte erst gar nicht mitmachen bei diesem Projekt, aber es hat mich positiv überrascht“, fügt Cengriz hinzu, der in Deutschland geboren wurde und türkische Wurzeln hat.

„Es bilden sich richtige Freundschaften hier“, berichtet Yngrid aus der Dominikanischen Republik derweil begeistert, bevor sich das internationale Theaterteam wieder einer improvisierten Szene zuwendet.

Nach sechs Monaten intensiver Theaterarbeit sollen die Teilnehmer nach Möglichkeit in Praktika vermittelt werden.

„Natürlich werden nicht alle von Ihnen danach direkt in einen festen Job wechseln“, betont Markus Keller. „Bislang lag die Quote der Teilnehmer, die im Anschluss einen sozialversicherungspflichtigen Job bekommen haben, bei etwa einem Drittel“, erklärt er: „Aber Sie müssen natürlich auch bedenken, dass die meisten der Teilnehmer bereits zwischen drei und fünf Jahre lang ohne Arbeit sind.“

 
 

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